Schulentwicklung

Schulleiter Robert Gassner und LRSD Rainer Walenzik unterzeichnen die Zielvereinbarungen.

 

2. Schulinspektion 2011

Inspektionsbericht zur Schulinspektion des Hess. Instituts für Qualitätsentwicklung (79 S.)

 

Pädagogischer Tag: G8

Der Nachmittag begann nach der Begrüßung der anwesenden Eltern mit einem Positionierungsspiel zu G8-Fragen, z.B., ob die Bücherfrage im eigenen Fach geklärt ist oder ob jemand das Argument, dass die Kinder ein Jahr früher dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, für wesentlich hält.

Danach teilte sich die Gruppe in Mathe/Naturwissenschaftler und Sprachler/ Rest auf, um Erfahrungen über G8 auszutauschen. Hierbei stellte sich heraus, dass in den sprachlichen Fächern insgesamt mehr Bedenken gegenüber G8 bestanden, beruhend auf Erfahrungen mit sprachlicher Interferenz von Französisch / Latein in Englisch. Offensichtlich ist die erste Fremdsprache noch nicht ausreichend gefestigt, bevor die zweite beginnt. Zum zweiten wird in Englisch die fünfte Unterrichtsstunde gekürzt, so dass jetzt dasselbe Pensum plus etwas mehr in deutlich weniger Zeit geschafft werden muss. Das bedeutet alles, was Sprache interessant macht, wie Theaterstückchen, Lieder, Gedichte, muss wegfallen.

Die Mathematiker und Naturwissenschaftler berichteten insgesamt von weniger Problemen. Allerdings fallen einigen Kindern das doch deutlich höhere Abstraktionsniveau und die Geschwindigkeit, mit der neu eingeführte Themen aufeinander folgen, schwer.

Im Vorfeld des pädagogischen Tages hatte die Vorbereitungsgruppe einen Fragebogen an die Eltern der sich in G8 befindlichen Kinder ausgegeben.

 

  • Was die Hausaufgabenbelastung der Schüler angeht, so fällt die große Bandbreite der Belastung auf: Während durchschnittlich etwa 28% der Schüler maximal eine Stunde pro Woche zu Hause an jedem Hauptfach arbeitet, arbeiten etwa 30% länger als zwei Stunden daran.
  • Wenn die Schüler zusätzliche Hilfe benötigen, wird diese hauptsächlich von den Eltern geleistet. Professionelle Nachhilfe macht nur einen kleinen Bruchteil (etwa 15%) aus.
  • Etwa die Hälfte der Schüler hat außerhalb von Schule mehr als 3 Stunden fester Termine pro Woche. Dabei hat etwa die Hälfte der Schüler den Umfang dieser Termine aus Zeitgründen bereits gegenüber der Grundschulzeit reduziert.
  • Knapp 80% der Schüler verbringen jetzt weniger Zeit mit Freunden als früher.
  • Knapp 80% der Schüler gehen trotz der gestiegenen zeitlichen Belastung gern zur Schule. Wo das nicht der Fall ist, ist die hohe Arbeits- und Zeitbelastung ein Hauptgrund.
  • Etwa 45% der Eltern empfindet das Lernen mit ihrem Kind als belastend, Hauptgründe sind der Zeitbedarf und das Zurücktreten des Familienlebens.
  • Über 90% der Eltern möchten ihr Kind in nächster Zeit auf der Alten Landesschule belassen, auch wenn einige Eltern über einen Abgang nachdenken.

Frau Peel ergänzte die Statistik durch Zitate aus den Fragebögen, die größtenteils ausdrückten, dass die Kinder zeitlich sehr belastet seien, insbesondere die Fahrschüler. Die Belastung wirke sich auch auf den Rest der Familie aus, der bei Hausaufgaben und Erklärungen helfen müsse bzw. weniger Zeit der Eltern in Anspruch nehmen könne.

Herr Wilm leitete die abschließende Diskussion. Als Konsequenzen für die Schule wurde insbesondere die anstehende Verschlankung der Lehrpläne genannt. Die bereits erfolgte Doppelstundenregelung müsse ausprobiert und ggf. korrigiert werden. Die Klassen sollten die Lehrkräfte darauf aufmerksam machen, wenn zu viele Hausaufgaben an einem Tag gegeben würden. Ansonsten müsse man versuchen, der hin und wieder aufkommenden Panik mit Gelassenheit entgegen zu wirken. Häufig nähmen Eltern und Lehrkräfte die Situation als schlimmer wahr als die betroffenen Kinder selbst. Trotzdem müsse man die Sorge vieler Eltern ernst nehmen und wo möglich verringern.

 

Arbeitsgruppen zur Schulentwicklung

Im Anschluss an die Schulinspektion wird die Schule an neun Schwerpunkten weiter entwickelt. Dies geschieht durch alle Mitglieder der Schulgemeinde, also durch Schüler, Eltern und Lehrer. Wir rufen dazu auf, sich konstruktiv an den folgenden Arbeitsgruppen zu beteiligen. Dies wird auf absehbare Zeit die wichtigste Form der Mitwirkung an der Weiterentwicklung der Schule sein!

  1. AG Essensangebot
  2. Festausschuss
  3. AG Klassenraum-Innenausstattung
  4. AG Klassenraum-Wettbewerb
  5. AG Pausenhofgestaltung
  6. AG Präsentation des Schullebens
  7. AG Elternmitarbeit im Regel-Unterricht
  8. AG Elternmitarbeit im Ganztagsangebot
  9. AG Förderplankonzept

Die Zusammensetzung der Gruppen, die Leiter als Ansprechpartner und die ersten Termine finden sie hier.

 

Schulinspektion 2006

Bericht zur Schulinspektion und eine Zusammenfassung des Schulleiters

 

Evaluation des Schulprogramms der ALS, Stand: 28.04.2005

Der Text kann hier in PDF-Form geladen werden: (300 kB) Evaluation des ALS Schulprogramms 2005.pdf

 

1. Vorwort (Stand: 09.05.2005)

Die Alte Landesschule Korbach gehört zu den ältesten Schulen Hessens. Sie wurde im Jahre 1579 von den Grafen von Waldeck als Höhere Schule für ihre Landeskinder gegründet. In den über 400 Jahren ihres Bestehens hat sie das geistige und kulturelle Leben der Stadt Korbach und des gesamten Waldecker Raumes mitgeprägt. Mit zwischen 1400 und 1500 Schülerinnen und Schülern ist sie heute das größte Gymnasium des Landkreises Waldeck-Frankenberg und des Schwalm-Eder-Kreises.

Die Alte Landesschule ist stolz darauf, dass sie auf eine so lange Geschichte zurückblicken kann, das Gymnasium in seiner traditionellen Form erhalten konnte und fragwürdigen „Modernisierungsversuchen” in den vergangenen Jahrzehnten widerstanden hat. Andererseits zeigte sie sich gegenüber pädagogischen Neuerungen und Forderungen der Gesellschaft nach Demokratisierung des Bildungswesens durchaus aufgeschlossen. Sie öffnete sich schon Anfang der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts anderen Schulformen und ermöglichte als eine der ersten Schulen Hessens fähigen Realschulabsolventen, die Oberstufe des Gymnasiums zu besuchen und mit dem Abitur abzuschließen. Mit der Ernennung zum Schulsportzentrum durch den Hessischen Kultusminister wurden die zahlreichen Aktivitäten auf diesem Gebiet anerkannt. Auch in Zukunft möchte die Alte Landesschule Mitverantwortung für die Gestaltung und Weiterentwicklung der Gesellschaft übernehmen und ihre Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, sich zu handlungsfähigen und politisch verantwortungsbewussten Persönlichkeiten zu entwickeln.

  • Fach- und Sachkompetenz (materiale Kenntnisse und Wissen, Urteils- und Handlungsfähigkeit in vielen Sachgebieten)
  • Methodenkompetenz (Zugriffswissen, Denk- und Lernfähigkeit)
  • Personale und soziale Kompetenz (Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Kooperationsfähigkeit)

Diese wollen wir unseren Schülerinnen und Schülern gemeinsam mit den primär für die Erziehung verantwortlichen Eltern vermitteln.

Den Abschluss des Gymnasiums bildet das Abitur, die Allgemeine Hochschulreife, die den Schülerinnen und Schülern ihre Studierfähigkeit bescheinigt. Deshalb bemühen wir uns, insbesondere in der Gymnasialen Oberstufe, durch eine angemessene Wissenschaftspropädeutik in allen Fächern ein solides Fundament bereitzustellen.

Der Erwerb von Wissen und Fertigkeiten sowie sozialer und methodischer Kompetenz erfordert Anstrengung von allen Beteiligten. Deshalb sieht sich die Alte Landesschule dem Leistungsprinzip verpflichtet. Dies schließt jedoch auch Freiräume mit ein, in denen, auch außerhalb des traditionellen Fächerkanons, die Motivation und spezielle intellektuelle Interessen geweckt, gefördert und verstärkt werden.

In den Anfängen hatte die Alte Landesschule ihre Schwerpunkte in der Juristerei und der Theologie, heute zeigen ihre Schülerinnen und Schüler hervorragende Leistungen auf vielen Gebieten: dem musisch-künstlerischen, dem mathematisch-naturwissenschaftlichen, dem sprachlichen und sportlichen. Beispielhaft seien einige Punkte genannt:

  • Die Musikgruppen der Schule vermitteln der Öffentlichkeit ein Bild von dem vielfältigen musikalischen Leben in der Schulgemeinde.
  • Wechselnde Ausstellungen im Schulgebäude und die häufige erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben zeugen von guter Arbeit und großer Kreativität im Fachbereich Kunst.
  • Kreative Abende zeigen in den Gedichten, Kurzgeschichten, Märchen, Satiren usw. sowie in Eigenkompositionen der Schülerinnen und Schüler, welche Fähigkeiten in ihnen schlummern und geweckt werden können.
  • Seit vielen Jahren sind Schülerinnen und Schüler der Alten Landesschule besonders erfolgreich bei der Teilnahme am Mathematikwettbewerb des Landes Hessen auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene.
  • Viele Schülerinnen und Schüler haben am Fremdsprachenwettbewerb teilgenommen und Preise gewonnen.
  • Seit Jahren beteiligen sich Klassen und einzelne Schülerinnen und Schüler erfolgreich an den Wettbewerben der Hessischen Landeszentrale und der Bundeszentrale für politische Bildung.
  • An dem seit fast 20 Jahre bestehenden Heimatkundlichen Wettbewerb des Landkreises Waldeck-Frankenberg nahmen immer Klassen und einzelne Schülerinnen und Schüler der ALS teil und waren stets unter den Gewinnern.
  • Die Schulmannschaften der Alten Landesschule haben seit vielen Jahren sehr erfolgreich an den Wettbewerben "Jugend trainiert für Olympia" teilgenommen. Vor allem im Bereich Badminton erreichte die Schulmannschaft mehrfach die Hessenmeisterschaft und nahm am Bundesfinale in Berlin teil.

Diese Vielfalt in den Schwerpunkten ist für die Alte Landesschule auch Programm. Eine einseitige Ausrichtung verbietet sich, weil die ALS einziges Gymnasium in Korbach und Umgebung ist und deshalb Schülerinnen und Schülern aller Begabungs- und Interessensrichtungen als Bildungsanstalt dienen muss.

Dass die Alte Landesschule mit ihrer Jahrhunderte alten Tradition eine lebendige, auf das Zusammenwachsen in Europa ausgerichtete Schule ist, zeigt sich in ihren vielfältigen internationalen Kontakten.

Bereits im Jahr 1952 hat der damalige Schulleiter Dr. Ehrentreich die Schulpartnerschaft mit dem Lycée Littré in Avranches (Normandie) angebahnt und mit dem ersten Schüleraustausch 1953 begründet. Damals lagen, acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, weite Teile Europas noch in Trümmern und die Schulpartnerschaft war eine Pioniertat des guten Willens und des Aufbaus. Auch nach fast 50 Jahren hat diese Partnerschaft nichts an Dynamik verloren und es finden regelmäßig Schüleraustauschfahrten statt. Aus der Schulpartnerschaft entstand 1963 eine sehr enge und gute Städtepartnerschaft mit vielen weiteren Kontakten zwischen Vereinen und Institutionen. Heute können wir mit etwas Stolz sehen, wie viel Freundschaft und Verständnis zwischen den Menschen unserer beiden Städte und unserer Völker daraus entstanden sind.

Bis Mitte der 90er Jahre bestand der Schüleraustausch mit der Sandhurst Comrehensive School. Mit dieser Schule wurde bereits 1988 die "Electronic Mail Link Between Sandhurst Comprehensive School And The Alte Landesschule Korbach" eingerichtet. Die ALS war somit die dritte Schule in Deutschland, die hier Pionierarbeit für die ein Jahr spätere Internetanbindung der Schulen im Rahmen von "Schule ans Netz" leistete.

Die Fachschaft Englisch hofft, Kontakte zu einer neuen amerikanischen Partnerschule im Bundesstaat Wisconsin knüpfen zu können. Auch sei an dieser Stelle auf das White Horse Theatre verwiesen, das seit 1988 mit der Aufführung englischer oder amerikanischer Theaterstücke für die Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe mithilft, dem Lernenden Sprache und Kultur einer anderen Welt zu erschließen.

Aus den Partnerschaften der Stadt Korbach mit Pyrzyce in Polen und Vysoke Myto in Tschechien hat sich langsam auch eine Partnerschaft der ALS mit Schulen in diesen Städten entwickelt. Nach ersten erfolgreichen Begegnungsfahrten wird eine Verstetigung der Begegnung für die kommenden Jahre erwartet.

Eine russische Partnerschule der ALS in Nagorja im Kreis Preslawl im Rayon Jaroslaw erhielt in den 90er Jahren im Rahmen des Hilfskonvois des Landkreises Waldeck-Frankenberg Hilfe und Unterstützung mit Lehr und Unterrichtsmaterialien, Lebensmitteln für die Schulküche sowie Paketen für bedürftige Schülerinnen und Schüler.

Der jüngste internationale Kontakt verbindet uns mit der Mikkelin Yhteiskoulou Schule in Mikkeli (Finnland). Der Chor dieser Schule war im Jahr 2000 zu Besuch in Korbach, der Schulchor und der Kammerchor der Alten Landesschule fuhren im Mai 2001 zum Gegenbesuch nach Finnland. Wir setzen die gegenseitigen Besuche im Zwei-Jahres-Rhythmus mit Unterstützung der Stadt Korbach und des Fördervereins der ALS fort. Die Alte Landesschule ist grundsätzlich offen für weitere Partnerschaften.

 

2. Die ALS im schulischen Umfeld

2.1 Das Unterrichtsangebot der Alten Landesschule (Stand 9.5.2005)

Die Alte Landesschule kann zur Zeit neben dem vollständigen Pflichtangebot auch Deutsch-Förderunterricht in den Klassen 5 bis 10, Ethik-Unterricht in den Klassen 5-13 und zahlreiche Arbeitsgemeinschaften anbieten. Im Rahmen des erweiterten Nachmittagsangebots sind zusätzliche Möglichkeiten auf dem sportlichen oder auf dem informations- und kommunikationstechnischen Bereich geplant. In den Klassen 8 wird IT anstelle des Epochalfachs Politik und Wirtschaft unterrichtet.

Als zweite Fremdsprache werden Latein und Französisch ab Klasse 7 angeboten, als dritte Fremdsprache ab Klasse 9 Latein, Französisch und Russisch, wobei das Zustandekommen dieser Fächer sowie gegebenenfalls ihre Fortsetzung bis zum Abitur von der jeweiligen Zahl der Schüler abhängt, die diese Sprache wählen. Schüler ohne eine dritte Fremdsprache wählen sich zu Beginn der 9. Klasse für zwei Jahre in einen Wahlpflichtkurs ein. Wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen, können Schüler Russisch auch als erste oder zweite Fremdsprache belegen.

Im AG-Bereich ist die Musik am stärksten vertreten: Unterstufenchor, gemischter Chor, Kammerchor, Vororchester, Orchester, Flöten AG I und II, Trommel-AG, Rock-AG und Big Band. In der Französisch-AG werden Schülerinnen und Schüler auf das DELF-Diplom vorbereitet, ein international anerkanntes Zertifikat des französischen Erziehungsministeriums. Im künstlerisch-kreativen Bereich werden Theater, Tanztheater, Foto-AG und die AG Kreatives Schreiben angeboten, im naturwissenschaftlichen Bereich Physik, Biologie und Chemie.

Die Gymnasiale Oberstufe gliedert sich in die Einführungsphase (Jahrgangsstufe 11) und die Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 12/13). In der Jahrgangsstufe 11 findet der Unterricht überwiegend im Klassenverband statt. Die meisten der im Klassenverband erteilten Fächer werden im Rahmen der schulischen Möglichkeiten mit drei Wochenstunden erteilt. Der Unterricht in dieser Jahrgangsstufe soll inhaltlich und im organisatorischen Rahmen den Unterricht in der Qualifikationsphase vorbereiten und eine fundierte Wahl der Leistungskursfächer am Ende der Jahrgangsstufe 11 ermöglichen. Dazu bietet die ALS in jedem Jahr die folgenden Fächer an: Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Geschichte, Politik und Wirtschaft, Religion, Musik und Sport.

Die Einrichtung eines Leistungsfaches richtet sich jeweils nach den Einwahlen der Schüler und den gesetzlichen Vorgaben. In der Regel kommen nicht alle Fächer als Leistungskurse zustande. Die Jahrgangsstufen 12 und 13 sind im Kurssystem organisiert und sollen die Schüler auf die Abiturprüfung vorbereiten, die in der Regel in den Monaten April bis Juni stattfindet. Neben diesen Pflichtveranstaltungen bietet die Schule auch für die Schüler der Gymnasialen Oberstufe weitere Veranstaltungen wie Arbeitsgemeinschaften, fachübergreifende Kurse u.ä. an. Die ALS bemüht sich ständig um die Ausweitung und Vertiefung des Unterrichtsangebotes. Nähere Informationen dazu finden sich im Bereich der Fächer und Fachbereiche (Kap. 4).

Der so beschriebene Unterricht soll auch bei Verhinderung der Lehrer durch Krankheit, Fortbildung, Klassenfahrten u.Ä. nicht unnötig ausfallen. Deshalb gilt für die Alte Landesschule die folgende Vertretungsregelung:

In den Klassen 5 bis 10 wird Vertretungsunterricht so organisiert, dass mindestens bis zur 4. Stunde Unterricht stattfindet. Dazu werden Kolleginnen und Kollegen im Rahmen der pflichtgemäßen unbezahlten Mehrarbeitsstunden (drei Unterrichtsstunden pro Monat bei einer Vollzeitstelle) oder durch Vorziehen von Randstunden folgender Tage herangezogen. Der Vertretungsunterricht wird vorrangig von Kollegen erteilt, die in der zu vertretenden Klasse selbst unterrichten. Ansonsten werden bevorzugt solche Kolleginnen und Kollegen eingesetzt, die aufgrund anderer Vorkommnisse Unterrichtsausfall haben. In der Regel erstellen die zu vertretenden Kolleginnen und Kollegen Arbeitsaufträge für ihre Klassen, die von den Vertretungslehrern genutzt werden können.

 

2.2 Zusammenarbeit mit anderen Schulen (Beschluss der Gesamtkonferenz 03.02.2005)

1. Zur gegenwärtigen Situation

Zusammenarbeit mit anderen Schulen findet vor allem auch in dem Bereich Übergänge zum Gymnasium und vom Gymnasium zu anderen Schulformen statt. Um Schülerinnen und Schülern, die neu in die ALS eintreten, den Übergang zu erleichtern, führen wir entsprechende Maßnahmen durch. Schwerpunktmäßig geschieht dies für die Schüler, die nach der 4. Grundschulklasse an die ALS kommen. Wir führen diese Maßnahmen teilweise auch dann durch, wenn Schüler von der Förderstufe oder Realschule zur ALS wechseln.

1.a. Übergänge Grundschule - Gymnasium

Im Rahmen der Maßnahmen, die den Viertklässlern beim Übergang zur ALS helfen sollen,

  • besuchen wir die Informationsveranstaltungen, die die Grundschulen für die Eltern der Schüler durchführen, die vom folgenden Schuljahr an die Sekundarstufe I besuchen. Dabei wird das Bildungsangebot der ALS ausführlich beschrieben und die Eltern werden beraten.
  • stehen wir den Eltern insbesondere in der Phase, in der sie die Entscheidung über die weitere Schullaufbahn ihres Kindes fällen müssen, für Beratungsgespräche in der ALS zur Verfügung.
  • führen wir für die kommenden ALS-Schüler vor den Sommerferien einen Schnuppertag durch, wobei die Schüler ihre neue Schule schon einmal kennen lernen und nach Möglichkeit am Unterricht einer Klasse 5 teilnehmen.
  • wird an den ersten beiden Schultagen Klassenlehrerunterricht durchgeführt. Erst am 3. Schultag beginnt der Fachlehrerunterricht.

In den Bereich fallen auch die Feedback-Konferenzen. Sie finden einmal jährlich für die Jahrgangsstufe 5 statt. Ende Januar, also nach den ersten Zeugniskonferenzen für die Jahrgangsstufe 5 und vor dem Elternsprechtag der ALS, treffen sich Klassen- und Hauptfachlehrer der Klassen 5 mit den Grundschulkolleginnen und -kollegen, die die Kinder vorher unterrichtet haben. Diese Gespräche tragen erfahrungsgemäß nicht nur dazu bei, den Wissensstand der Kinder besser einschätzen zu können, sondern auch ihre Persönlichkeit besser zu verstehen. Diese Maßnahmen haben sich in den letzten Jahren bewährt und sollen beibehalten werden.

Zu besonderen Problemen wurden zusätzliche Konferenzen mit Grundschulkolleginnen und -kollegen durchgeführt (Lese-Rechtschreib-Schwäche, Englisch). Solche fachspezifischen Konferenzen sollten künftig alle zwei Jahre stattfinden.

Die Schülerinnen und Schüler der Grundschulen verfügen im Allgemeinen über bestimmte Erfahrungen und Fähigkeiten im selbstständigen Arbeiten. Da diese Kompetenzen aufgenommen und im Zusammenhang mit der Förderung der Methodenkompetenz der Schüler (s. dieses Schulprogramm Punkt 3.2.1.1.) weiter entwickelt werden sollen, gilt es, in Zukunft auch diese Aspekte im Austausch mit den Grundschulkolleginnen und -kollegen zu bedenken und so abzustimmen, dass die Schüler im eigenständigen Lernen und Arbeiten optimal gefördert werden können. Für alle diese Vorhaben sind gegenseitige Hospitationen sehr erwünscht und können jederzeit stattfinden.

1.b. Spätere Zugänge zum Gymnasium

Ein späterer Zugang zum Gymnasium ist vom Erlass zunächst nach Klasse 6 (z.B. aus der Förderstufe) oder nach Jahrgangsstufe 10 mit dem Mittleren Abschluss vorgesehen, jedoch erlaubt die Verordnung über das Schulverhältnis unter gewissen Voraussetzungen den Wechsel auch in anderen Jahrgangsstufen. Durch die Einführung von G8 entstehen neue Problemstellungen, die z. Zt. noch nicht geregelt sind.

Nach der Jahrgangsstufe 10 ergibt sich für wechselwillige Schülerinnen oder Schüler häufig das Problem, dass sie bis dahin keinen Unterricht in einer zweiten Fremdsprache besucht haben. Obwohl die ALS bemüht ist, auch dieser Gruppe die Erlangung der allgemeinen Hochschulreife zu ermöglichen, kann sie nicht immer dafür garantieren, dass ein Anfängerkurs in der zweiten Fremdsprache in der Jahrgangsstufe 11 eingerichtet wird. Sollte ein solcher Kurs z.B. wegen zu geringer Interessentenzahl nicht zustande kommen, kann der Übergang an die ALS nicht erfolgen. Die weiteren grundsätzlichen Voraussetzungen (Notendurchschnitt etc.) für diesen Übergang regelt die "Verordnung über die Bildungsgänge und die Abiturprüfung in der gymnasialen Oberstufe und dem beruflichen Gymnasium" (VOGO) in der jeweils gültigen Fassung.

Schülerinnen und Schülern, die zu einem der genannten späteren Zeitpunkte in die ALS wechseln wollen, aber auch allen anderen Quereinsteigern, bieten wir Beratungsgespräche an und ermöglichen gegebenenfalls, vor der Entscheidung für den Wechsel probeweise am Unterricht der ALS teilzunehmen. Darüber hinaus besuchen wir auch hier die entsprechenden Informationsveranstaltungen der abgebenden Schulen.

1.c. Wechsel vom Gymnasium zur Realschule

Die im letzten Schulprogramm angestrebte Koordination mit den Leitern der Realschulen hat stattgefunden. Es wurden konkrete Verfahrensweisen und Termine für die Übergänge verabredet sowie ein gemeinsames Infoblatt über die pädagogische Bedeutung eines rechtzeitigen Wechsels formuliert. Diese Koordination wird regelmäßig fortgesetzt.

1.d. Wechsel zur Fachoberschule oder zum Beruflichen Gymnasium

Nach Abschluss der Kasse 10 des Gymnasiums ist ein Wechsel in die Fachoberschule oder zum Beruflichen Gymnasium möglich. Darüber wird jeweils eine separate Informationsveranstaltung für die Schüler der Jahrgangsstufe 10 und für deren Eltern (auch anderer Schulen) angeboten. Die Schulleitungen der ALS und der Beruflichen Schulen treffen sich jährlich zum Informationsaustausch und zur Absprache gemeinsamer Vorhaben.

1.e. Weitere Formen der Zusammenarbeit mit Schulen

Auf einer ganz anderen Ebene liegt die Zusammenarbeit mit der Korbacher Paul-Zimmermann-Schule für Praktisch Bildbare. Hier hat sich in den letzten Jahren eine gewisse Tradition von Zusammenarbeit bei Unterrichtsprojekten vor allem im Religionsunterricht, aber auch im Kunst-, Musik- und Chemieunterricht entwickelt.

 

2.3 Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen und Institutionen

Die Vielzahl der außerschulischen Partner und die vielfältigen Formen von Kooperation und Zusammenarbeit der ALS mit diesen Partnern können  an dieser Stelle nicht erschöpfend dargestellt werden. Vieles davon ist in den Darstellungen der Fachschaften (s.u., Gliederungspunkt 4) beschrieben, da solche Zusammenarbeit oft fachspezifisch ausgerichtet ist. Darüber hinaus sind drei Partner insofern von besonderer Bedeutung, als sie für die Schule als Ganze zur Verfügung stehen bzw. ausschließlich im Hinblick auf unsere Schule entstanden sind. In der Reihenfolge der Entstehung dieser Institutionen sind zu nennen:

  • der 1921 gegründete Verein ehemaliger Korbacher Gymnasiasten (Ehemaligenverein),
  • der 1951 zunächst als "Elterspende" gegründete Verein der Freunde und Förderer
    der ALS (Förderverein) und
  • die 1991 von dem ehemaligen ALS-Schüler Prof. Dr. Helmut Kreft ins Leben
    gerufene "Dr.-Marschner-Stiftung zur Förderung des naturwissenschaftlichen
    Nachwuchses".

Der traditionsreiche Verein ehemaliger Korbacher Gymnasiasten wurde ursprünglich hauptsächlich gegründet, um über das Abitur hinaus Kontakte und Geselligkeit ehemaliger ALS-Schüler und ihrer Lehrer untereinander und mit der Schule zu fördern. Im Laufe seiner Geschichte hat er mehr und mehr die Aufgabe entdeckt, auch die aktiven Schüler und das aktuelle Geschehen in der Schule ideell und materiell zu fördern. So sind insbesondere die Bibliotheks-Spende zur Erhaltung und Erweiterung der Bibliothek der ALS, die Kürschner-Spende zur Förderung des altsprachlichen Unterrichts und die Marschner-Stiftung zur Förderung naturwissenschaftlich besonders begabter Schüler aus diesem Verein hervorgegangen. Nach einer Satzungsänderung im Jahre 2000 gehört die finanzielle Unterstützung von Schülerinnen und Schülern sowie der Schule sogar ausdrücklich zu den Vereinszielen. Neben der finanziellen Unterstützung, die mehrere Tausend Euro pro Jahr beträgt, ist seit 2001 auch die Zusammenarbeit bei Votragsveranstaltungen (ALS-Akademie) und Tagesfahrten zu Ausstellungen als neues Betätigungsfeld des Vereins hinzugekommen. Im Rahmen der ALS-Akademie, die etwa viermal im Jahr stattfindet, referieren jüngere oder ältere ehemalige Schüler unserer Schule über ihre Fachgebiete (Diplom-, Doktorarbeiten, Forschungsthemen, Berufserfahrungen) in öffentlicher Veranstaltung im Musiksaal der ALS vor aktiven und ehemaligen Schülern, Lehrern und Eltern. So wird nicht nur ein Einblick in interessante wissenschaftliche Fachgebiete gewährt, sondern auch eine Rückmeldung an das Kollegium über die Unterrichtsqualität ermöglicht und ein Berufsausblick für Oberstufenschüler eröffnet.

Der Förderverein fördert die ALS und ihre Schüler Jahr für Jahr durch fünfstellige Eurobeträge. Insbesondere wird die Lehrmittelausstattung als Grundlage für einen abwechslungsreichen Unterricht aller Fächer dort durch Geldzuwendungen gefördert, wo die Mittel des eigentlich zuständigen Schulträgers nicht ausreichen. Außerdem werden schulische Aktivitäten sowie bedürftige Schülerinnen und Schüler unterstützt. Seit Gründung des Vereins als "Elterspende" konnten Fördermaßnahmen für die ALS und ihre Schüler im Wert von mehr als 400.000 Euro finanziert werden. Schulleiter und stellvertretender Schulleiter sind im Vorstand dieses Vereins tätig, sodass eine reibungslose und zielgerichtete Verwendung der Mittel stets gewährleistet ist. Zweck der Dr.-Marschner-Stiftung, die sich aus dem Verein ehemaliger Gymnasiasten heraus entwickelt hat, ist laut Stiftungsurkunde die finanzielle Förderung von besonders begabten Schülern der Oberstufe der ALS aus dem Bereich der Physik, insbesondere der Hochfrequenztechnik und/oder Elektronik. Die Jahr für Jahr aus dieser Stiftung zur Verfügung stehenden Mittel, jeweils mehrere tausend Euro, wurden vom Stiftungsvorstand in den letzten Jahren regelmäßig zum einen als Geldprämie an physikalisch besonders begabte Abiturientinnen und Abiturienten vergeben und zum anderen zur Verbesserung der Ausbildungs- Möglichkeiten im Fach Physik durch Förderung der Physiksammlung der ALS verwendet. Auch hier ist die zielgerichtete Mittelvergabe dadurch erleichtert, dass im Stiftungsvorstand der Schulleiter und der Vorsitzende des Ehemaligenvereins vertreten sind.

Die Veränderungen des Schulalltags, bedingt durch die Einführung der verkürzten Gymnasialzeit und die geplanten Ganztagsangebote, finden ihre Antwort in der Suche nach neuen außerschulischen Partnern für die ALS. Neben der Hausaufgabenbetreung sollen durch sportliche Angebote die Nachmittage für die Schüler sinnvoll und gewinnbringend gestaltet werden. Dies kann durch eine Zusammenarbeit zwischen in Korbach ansässigen Sportvereinen und der ALS geschehen, von der beide Seiten profitieren könnten. Das Sportangebot sollte den Wünschen der Schüler entsprechen und Bereiche abdecken, die im Lernangebot der Schule zu kurz kommen oder keine Berücksichtigung finden können. Nicht die sportliche Leistung soll hierbei im Vordergrund stehen, sondern  "Spaß statt Langeweile" sollte das Motto dieser nachmittäglichen Veranstaltungen sein.

Eine weitere Form der Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen ist die Partnerschaft mit Wirtschaftsbetrieben der Region. Um Schülerinnen und Schüler der ALS den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern, die Bereitstellung von Praktikumsplätzen auch außerhalb der von der Schule geforderten Praktika zu ermöglichen und Unterrichtsinhalte insbesondere im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich handlungs- und praxisorientierter zu gestalten, sollten regelmäßige Kontakte zwischen Vertretern der ALS und des jeweiligen Partnerbetriebes gepflegt werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Teilnahme der ALS an dem Pilotprojekt "Anforderungsanalyse für das AC (Assessment Center) im Übergang von Schule in den Betrieb" zu sehen, das im Rahmen "Lernende Region Waldeck-Frankenberg" vom Kaufmännischen  Ausbildungs- und Trainingszentrum (KAT) der Kreisvolkshochschule Waldeck-Frankenberg organisiert wird. Die Teilnahme am AC-Projekt soll es Lehrkräften der ALS ermöglichen, mit Schülern z.B. der Oberstufe überfachliche individuelle Schlüsselqualifikationen zu testen und Hilfestellung zu geben oder diese zu vermitteln, wenn das Fehlen wesentlicher Schlüsselqualifikationen den betroffenen Schüler in seinem beruflichen Fortkommen hinderlich sein könnte. Angestrebt wird somit die Einführung des AC für Schüler der Jahrgangsstufen 11 oder 12, insbesondere im Hinblick auf die Verlegung des Betriebspraktikums von der Oberstufe in die Mittelstufe.

 

3 Evaluation des Ist-Zustandes der Schule und Entwicklung von Arbeitsschwerpunkten

3.1 Ergebnisse der Meinungsumfragen 1999 und 2000 (Fassung vom 3-5-2005)

Am Anfang der Entwicklung des ALS-Schulprogramms stand eine erste, auf das Selbstverständnis der Alten Landesschule abgestimmte Meinungsumfrage, die der Eingrenzung von Arbeitsschwerpunkten dienen sollte. Es wurde insbesondere auch das Verhältnis von Innensicht und Außensicht bezüglich einer Reihe von sorgfältig ausgewählten Problemfeldern wortgleich bei Lehrern, Eltern und Schülern ermittelt. Das herausragende Ergebnis dieser Umfragen aus dem Jahr 1999 lag darin, dass aus der Sicht von Lehrern, Eltern und Schülern die durchschnittliche notenmäßige Bewertung der vorgegebenen Qualitätsmerkmale besser als "befriedigend" war.

So lagen die Bewertungen für die Aussagen zum guten Ruf der Schule (Lehrer 2,10; Schüler 2,26; Eltern 2,41) und über das von den Schülern verlangte hohe Anspruchsniveau (Lehrer 2,51; Eltern 2,39; Schüler 2,16) ähnlich gut - und das bei geringer Streuung der Ergebnisse. Auch die "gut befriedigenden" Ergebnisse zu den Bereichen "breites Lernangebot", "angenehme Atmosphäre" und "guter Unterricht" konnten mit einer gewissen Zufriedenheit zur Kenntnis genommen werden. Das Spinnendiagramm aller drei Datengruppen (siehe Anhang) zeigte jedoch auch Einbuchtungen, also Bewertungen, die deutlich sichtbar schlechter als die anderen ausfielen. Zwar lagen auch diese relativ schlechteren Bewertungen noch im Bereich "befriedigend", wurden aber zum Anlass genommen, dort Schwerpunkte für das zu erstellende Schulprogramm zu setzen. Das Kollegium legte letztlich drei Schwerpunkte fest:

1) Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Eltern und Schülern

2) Leistungsbewertung

3) Offenheit für Neues

Zur schrittweisen Umsetzung dieser Schwerpunktentscheidung wurde von der Gesamtkonferenz eine neue Lehrergruppe, das ALS-Team, gewählt. Dieses führte im Jahre 2000 - auch unter Beteiligung von Eltern und Schülern - sieben weitere Meinungserhebungen durch, um unabdingbar benötigte zusätzliche Detailinformationen zu den gewählten Arbeitsschwerpunkten zu ermitteln (siehe Anhang).

 

3.2 Konsequenzen aus den Meinungsumfragen und das weitere Vorgehen

Die Resultate der sehr umfangreichen zweiten Umfragerunde ließen zwar in einigen Punkten eindeutig Handlungsbedarf erkennen, zeigten aber in anderen Bereichen lediglich, dass auf beachtlichem Niveau der vorhandene Standard gesichert werden musste.

Aus Diskussionsprozessen auf der Grundlage dieser Umfragedaten entstanden die wichtigsten Teile des Schulprogramms:

  • Zum Thema Leistungsbewertung ergab die Diskussion, dass vermutlich die Art der
    mündlichen Notengebung die wichtigste Ursache von Unzufriedenheit auf Seiten der
    Schüler darstellen dürfte. Deswegen wurde ein Arbeitspapier zu diesem Bereich
    erstellt, das nach Diskussion in allen Fachkonferenzen ergänzt wurde und nun für
    alle Fächer der ALS verbindlich ist. Der Bereich der schriftlichen
    Leistungsbewertung sollte als nächster in ähnlicher Form erarbeitet werden.
  • Sowohl das Diagramm zur Lehrer-Schüler-Zusammenarbeit wie auch das zur
    Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit zeigten, dass im Bereich von
    Lerntechniken/Lernmethoden ein Nachholbedarf bestand. So kam der Beschluss
    zustande, an der ALS ein entsprechendes Projekt zum „Lernen Lernen“ zu
    installieren, der inzwischen weitestgehend umgesetzt werden konnte (s.u., Kap.
    3.2.1.1).
  • Es wurde ermittelt, dass gemeinsam von Eltern und Lehrern formulierte und
    verfolgte Erziehungsziele als erstrebenswert angesehen wurden. Die Entwicklung
    dieser gemeinsamen Ziele war sehr schwierig und zeitaufwändig und gelang erst im
    Jahre 2004 mit der Verabschiedung der „Gemeinsamen Zielsetzungen für das
    Miteinander an der Alten Landesschule„.(siehe Kap. 3.2.1.2).
  • Ferner ergaben die Umfragen, dass ein gemeinsam von Lehrern, Eltern und Schülern
    formuliertes und akzeptiertes Verfahren zur Vorgehensweise in Konfliktfällen auf
    den verschiedenen Ebenen fehlte. Es wurde entwickelt und als Teil des
    Schulprogramms 2002 beschlossen. Im Jahre 2005 zeigte sich, dass hier
    Modifizierungen, insbesondere in Abstimmung zu den Gemeinsamen Zielsetzungen,
    notwendig wurden, die jetzt auch vorgenommen worden sind (s.u., Kap. 3.2.1.3).
  • Auffälligstes negatives Ergebnis im Kontext der Lehrer-Lehrer-Zusammenarbeit war
    die relativ schlechte Beachtung der Schulordnung, die daraufhin erheblich
    vereinfacht wurde (siehe Anhang). Sie hat sich in der Zwischenzeit bewährt und
    bedarf zur Zeit keiner Weiterentwicklung.
  • Der ursprünglich so benannte Schwerpunktbereich „Offenheit für Neues” spiegelte
    sich beispielsweise in dem Vorhaben wider, ein Schulkonzept zur Vermittlung von
    Lerntechniken zu entwickeln oder auch in der völlig neu gestalteten
    Schulordnung. Ein grundsätzlich neues Themenfeld wurde damit eröffnet, dass ein
    umfassendes Medienkonzept erstellt wurde, das nicht nur die sächlichen und
    räumlichen, sondern auch die Fortbildungsaspekte beinhaltete (siehe Kap.
    3.2.1.3). Inzwischen stehen durch die Einführung der 8-jährigen Gymnasialzeit ab
    dem Schuljahr 2005/2006 und das Zentralabitur wesentliche organisatorischen
    Neuerungen an, die die Schule umsetzen und auf verschiedene Weise angemessen
    pädagogisch unterstützen muss. Ein erster Schritt ist hier der Beschluss, Schule
    mit pädagogischer Mittagsbetreuung zu werden. (siehe Kap.3.2.3.2). Aber
    natürlich sind weitere Innovationen in fast allen Bereichen des schulischen
    Lebens im Zusammenhang mit diesen Veränderungen zu entwickeln.

Auch vor dem Hintergrund der letztgenannten Innovationsnotwendigkeiten bestand
zu Beginn der Evaluation des Schulprogramms aus dem Jahre 2002 sehr schnell
Konsens darüber, dass erneute Umfragen zur Weiterentwicklung nicht hilfreich
sein konnten. Es lag auf der Hand, sich neben diesen Handlungsfeldern besonders
auf einen wichtigen Punkt zu konzentrieren, nämlich auf die weitere
Verlebendigung und Weiterentwicklung der Gemeinsamen Zielsetzungen, die ja
gerade erst seit einem knappen Jahr in Kraft waren. Daneben sollten alle
Fachschaften in eigener Zuständigkeit ihre Vorhaben aus dem letzten
Schulprogramm evaluieren. Andere Schulprogrammkapitel sollten lediglich
redaktionell überarbeitet und aktualisiert werden.

 

3.2.1 Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Eltern und Schülern

3.2.1.1 Entwicklung eines Schulkonzepts „Lernen lernen“

Das Schulprogramm 2002 sah die Fortbildung des Kollegiums in Bezug auf „Lernen lernen“ und die Ent­wicklung eines schulinternen Methodentrainings für die Jahrgangsstufe 5, ggf. auch die Jahrgänge 7 und 11 vor. Ziel des Methodentrainings ist letztendlich der Erwerb von Schlüsselqualifikationen (z.B. Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft), die sowohl für die Schullaufbahn, als auch für das spätere Berufsleben immens wichtig sind.

Die AG Lernen lernen entsendet seit 2003 zwölf Kolleginnen und Kollegen zur Ausbildung durch Methodentrainer des Kultusministeriums. Die Alte Landesschule nimmt an der zweiten Staffel des Kultusministeriums zur pädagogischen Schulentwicklung teil und ist damit eine der Versuchsschulen für das Konzept „Methodentraining“. Ein eigens eingerichtetes sechsköpfiges „Steuerungsteam“, zu dem auch die Schulleitung gehört, nimmt ebenfalls für zwei Jahre an regelmäßigen Fortbildungen teil. Für die Koordination der anstehenden Projekte wurde eine A-14-Stelle eingerichtet.

Bereits 2002 hatte die schulinterne Gruppe mit der Erarbeitung eines dreitägigen Konzepts für die Jahrgangsstufe 5 begonnen, das weitgehend auf dem Methodentraining von Klippert beruhte. Dies wurde im Laufe der letzten zwei Jahre modifiziert und den Erfordernissen der ALS angepasst. Für das Jahr 2005/06 ist eine erneute Modifizierung vorgesehen, die die vier Themenbereiche „Gedächtnistraining und Klassenarbeitsvorbereitung, Informationsbearbeitung, Textarbeit und Gruppenarbeit“ über das Schuljahr verteilt, statt sie im Block zu unterrichten. Der Blockunterricht hatte den Nachteil, dass zu viele Informationen in zu kurzer Zeit auf die Schülerinnen und Schüler einwirkten, die aber nicht nachhaltig aufgenommen wurden. Der Bereich „Gedächtnistraining und Klassenarbeitsvorbereitung“ sollte zeitlich schon sehr früh stattfinden, während „Informationsbearbeitung“ eine gewisse Vertrautheit mit den Arbeitsformen der ALS erfordert. Der Bereich „Textarbeit“ wurde ab 2003 in den Deutschunterricht verschoben.

Die für die ALS zuständige Methodentrainerin des Kultusministeriums, Frau Scholz, führte 2004 zwei Elternabende mit dem Thema „Klassenarbeitsvorbereitung“ durch, die von unserer Elternschaft sehr positiv aufgenommen wurden. Die Eltemvertretung hatte ja bereits vor der Einführung der Methodentage zu diesem Thema Fortbildungen angeboten und auch einige wertvolle Hinweise an die AG weitergegeben.

Ein Teil der AG entwarf ein Konzept für den Jahrgang 11. Die jetzt in der Oberstufe befindlichen Schüler können eine Präsentation als fünftes Abiturprüfungsfach wählen, daher bot sie sich als methodisches Thema für diese Jahrgangsstufe an. Zusätzlich bieten die drei Methodentage eine Einführung in die Oberstufenbibliothek, einen Schnelllesekurs, Informationen zu Quellenangaben, Medienauswahl und -bearbeitung, sowie einen zusätzlich angebotenen Kurs (freiwillig) für das Programm Powerpoint. Organisiert werden die Methodentage über die Klassenleiter, unterrichtet nach Möglichkeit von Lehrern der jeweiligen Klassen. Alle in der Jahrgangsstufe 11 unterrichtenden Lehrkräfte können von den Schülern auf Präsentationsthemen angesprochen werden. Jeder Schüler wählt sich ein Fach aus und bekommt hier das Thema für seine Präsentation, die in der Methodenwoche bearbeitet und anschließend im Unterricht gehalten wird, so dass ein direkter Bezug zum Fachunterricht gewährleistet ist.

In nächster Zeit wird das Steuerungsteam mit den Kolleginnen und Kollegen die Erstellung eines Methodencurriculums über alle Jahrgangsstufen hinweg diskutieren, das erkennen ließe, was der/die einzelne Schüler/in im Laufe seiner/ihrer Schulzeit an methodischen Qualifikationen erworben hat. Diskutiert werden könnten:

a) Vor- und Nachteile für die Lehrkräfte, z.B. zu wissen, was in jeder Jahrgangsstufe methodisch gekonnt werden sollte, so dass Doppelungen vermieden werden können, aber auch die Verwaltung des Curriculums. b) Nachweis für den Schüler/die Schülerin am Ende der Schullaufbahn, der bei Bewerbungen mit eingereicht werden könnte. Welche Form sollte er haben? c) Einsicht in die Methodik für Eltern - wie könnten die Fähigkeiten ihrer Kinder dokumentiert werden?

 

3.2.1.2 Gemeinsame Ziele für das Miteinander an der Schule

Wissen und Erkennen vertiefen,

      Verantwortung für sich und andere übernehmen,

               Gegenwart und Zukunft zum allgemeinen Nutzen mitgestalten.

Lehrer, Eltern und Schüler haben gemeinsam folgende Ziele für das Miteinander an der ALS vereinbart:

  • die Mitmenschen respektieren und sich gegenseitig ernst nehmen,
  • aufeinander Rücksicht nehmen, hilfsbereit sein und einander aufrichtig und
    höflich begegnen,
  • Konflikte gewaltfrei lösen - wenn nötig auch mit Hilfe von anderen Schülern,
    Lehrern, Eltern oder neutralen Vertrauenspersonen,
  • das Eigentum eines jeden und der Allgemeinheit achten,
  • pünktlich sein, auf Sauberkeit und Ordnung achten, sparsam mit Ressourcen
    umgehen und umweltfreundlich handeln.

Diese Ziele können verwirklicht werden, wenn jeder Einzelne sich dafür verantwortlich fühlt. Lehrer und Eltern haben bei der Verwirklichung dieser Ziele besondere Vorbildfunktionen.

Die Formulierung der "Gemeinsamen Zielsetzungen" ist der erste konkrete Schritt hin auf eine Verbesserung des Miteinanders an der Alten Landesschule. Lehrer, Eltern und Schüler machen sich damit gemeinsam auf den Weg, weitere Schritte müssen folgen. Insbesondere werden folgende Begleitmaßnahmen festgelegt: 1.) In jedem Monat findet eine SV-Stunde pro Klasse beim Klassenlehrer statt, um konkrete Erfahrungen mit den "Gemeinsamen Zielsetzungen" ausführlich besprechen zu können. Dabei können einzelne Vorkommnisse Anlass sein, konkrete zusätzliche klasseninterne Festlegungen zu entwickeln. Diese sollen für jede Klasse schriftlich fixiert und gesammelt werden, sodass nach und nach ein Katalog konkreter Verhaltensvereinbarungen für das Miteinander an der ALS entsteht, der aus praktischen Erfahrungen im Schulalltag erwächst. 2.) In einer Klassenelternversammlung pro Jahr werden positive und negative Erfahrungen mit den "Gemeinsamen Zielsetzungen" zusammengetragen, diskutiert und an das ALS Team weitergeleitet. In den Berichten der Lehrer über die Klasse soll dieser Aspekt ausdrücklich berücksichtigt werden. 3.) In jedem Jahr werden Eltern und Lehrern Veranstaltungen zu Erziehungsfragen sowie den Themen Konfliktbewältigung und Gewaltprävention angeboten. 4.) Für die Weiterentwicklung der Diskussion in den Klassen oder den Klassenelternversammlungen werden geeignete Materialien beschafft (Filme, Arbeitsmappen usw.). 5.) In jedem Schuljahr ist in einer Gesamtkonferenz und in der Schulkonferenz zu überprüfen, ob dieses Konzept praktisch umgesetzt wird und wie es weiterentwickelt werden könnte.

In diesen "Gemeinsamen Zielsetzungen" konkretisiert die Schulgemeinde der ALS für ihren Verantwortungsbereich die allgemeinen Ziele, die im Hessischen Schulgesetz (insbesondere in §§ 2 f.) festgelegt sind. Es ist aber auch darauf hinzuweisen, dass die Schülerinnen und Schüler schon jetzt verantwortlich und aktiv an Planung und Gestaltung des vielfältigen Schullebens beteiligt sind und so in verschiedenen Bereichen diese allgemeinen Ziele realisieren.

  • Klassenaufgaben: Hier übernehmen Schüler Verantwortung schon im Kleinen (z.B.
    Mülltrennung, das Führen von Klassenbüchern)
  • SV-Arbeit: Über die gewählten Klassenvertreter übernehmen Schüler
    Mitverantwortung an der Schule, auch in sozialen und politischen Fragen.
  • SV-Seminare
  • Gottesdienste, Adventsbazar, Musikabende und feierliche Abiturientenentlassung:
    Die jährlichen Veranstaltungen der ALS sind feste Orientierungspunkte.
  • Lehrerhitparade
  • Übernahme von Projekten von Menschen in Not
  • Aktion Elbeflut 2002
  • Projekt Tsunami Opfer 2005

Es ist deutlich, dass in den oben genannten Zusammenhängen die ALS der Klassenleiterin/dem Klassenleiter eine besondere erzieherische Rolle zuweist. Im Blick auf den sich im Augenblick umgestaltenden Schulalltag ( Schule mit Ganztagsangebot, Einführung der nur 8-jährigen Gymnasialzeit ) werden sich hier nochmals neue Schwerpunkte ergeben, besonders im pädagogischen Bereich. Um diesen wichtigen Aufgaben als Klassenleiterin/Klassenleiter in besonderem Maße gerecht zu werden, ist eine zusätzliche Klassenleiterstunde pro Klasse erforderlich.  Leider wird dies durch die Stundentafel und die Lehrerzuweisung verhindert.

Ziel ist und bleibt es, die Mitglieder der Schulgemeinde zu einem verantwortlichen und selbstbestimmten Handeln in Übereinstimmung mit den Grundsätzen Achtung, Toleranz, Gerechtigkeit und Solidarität zu befähigen und dieses auch einzufordern.

 

3.2.1.3 Prinzipien und Wege zur Bewältigung von Konflikten

Eltern, Schüler und Lehrer wollen bei der Konfliktbewältigung vertrauensvoll zusammenarbeiten. Probleme sollten dort angesprochen werden, wo sie entstanden sind, und die Hemmungen von Schülern und Eltern, diese mit den direkt Betroffenen (meist den Lehrern) zu erörtern, sollten abgebaut werden.

Einer Förderung der Schüler-Persönlichkeit wirkt eine zu spontane Einflussnahme der Eltern (etwa sofortiger Anruf beim Schulleiter, dem Kollegen, anderen Eltern usw.) eher entgegen. Eine Überreaktion ist in den meisten Fällen dem gegenseitigen Vertrauen wenig dienlich, da dann oft schon zu Beginn eine – menschlich verständliche – Verhärtung der Standpunkte eintritt, die gerade eine grundsätzliche Besserung erschwert.

  • Hilfreich ist erfahrungsgemäß die Alltagsweisheit des „Eine-Nacht-darüber-verstreichen-lassens“. Dann kann meist realistischer zwischen anfänglichem Unmut und begründeter Sachlichkeit entschieden werden.
  • Es sollte in der Familie zunächst in Ruhe und möglichst neutral bzw. emotionslos der Sachstand eines Konfliktfalls angesprochen werden und zusammen mit der Schülerin bzw. dem Schüler nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden.
  • Außerdem sollte der Grundsatz gelten, möglichst erst mit dem Betroffenen und nicht über in zu reden.
  • Betroffene Schülerinnen und Schüler oder der Klassensprecher sollten also zunächst nach Möglichkeit das direkte offene, konstruktive Gespräch mit dem Lehrer suchen.
  • Dort, wo die Schüler und Schülerinnen glauben, das direkte Gespräch nicht suchen zu können, kann ersatzweise über den Klassenlehrer oder den Verbindungslehrer der Kontakt mit dem betreffenden Fachlehrer stattfinden.
  • Sollte zwischen den direkt Betroffenen keine Verständigung im Sinne einer akzeptierten, einvernehmlichen Regelung zu finden sein, dann stehen weitere Ansprechpartner zur Verfügung.
  • Bei fachlichen Problemen sind dies vor allem andere Fachlehrer, der Fachvorsteher und die Fachbereichsleiter.
  • Liegen die Probleme eher im sozialen Bereich, dem Verhalten von Mitschülern, deren Eltern, der Zu-/Abwendung von Kollegen und ähnlichen, dann sind diese im Sinne der Gemeinsamen Ziele für das Miteinander an der Schule in den Klassenleiterstunden zu besprechen. Außerdem stehen die Mitschüler der Schülervertretung, die Elternvertretung, der Verbindungslehrer, der Beratungslehrer, der Personalrat der Lehrer oder die Mitarbeiterinnen des Sekretariats oder weitere neutrale Vertrauenspersonen als Ansprechpartner zur Verfügung.
  • Sollte sich ein Konflikt nicht auf den oben aufgezeigten Wegen lösen lassen, steht der Schulleiter als Ansprechpartner zur Verfügung.

Zu Beginn eines jeden Schuljahres wird auf Elternversammlungen und in SV-Stunden
auf obige Wege der Konfliktbereinigung hingewiesen.

 

3.2.2 Leistungsbewertung

I. In der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses vom 21. Juni 2000 [§ 25 (3)] ist das Verhältnis, in dem schriftliche Arbeiten und sonstige Leistungen bei der Notenfindung berücksichtigt werden müssen, festgelegt.

Danach gilt in der Sekundarstufe I:

In den Fächern Deutsch, Mathematik und in den Fremdsprachen machen die schriftlichen Arbeiten die Hälfte der Grundlage der Leistungsbeurteilung aus.

In den übrigen Fächern geht die schriftliche Lernkontrolle zu etwa einem Drittel in die Endnote ein.

Für die Sekundarstufe II gilt: „Für die Beurteilung der Leistungen sind die im Unterricht kontinuierlich erbrachten Leistungen mindestens so bedeutsam wie die Ergebnisse der schriftlichen Leistungsnachweise (Klausuren)” [§ 14(2) der VOGO/B vom 19. September 1998 in der jeweils gültigen Fassung].

II. Die Arbeitsgruppe „Leistungsbewertung” befasste sich in erster Linie mit der Beurteilung der Leistungen, die nicht durch Klausuren, schriftliche Arbeiten oder Lernkontrollen erbracht werden, also mit den so genannten mündli-chen Leistungen, die dann zur so genannten mündlichen Note führen. Dabei hat die Arbeitsgruppe folgende Vor-schläge für den Umgang mit der Beurteilung dieser Leistungen erarbeitet:

II.1 Für die Festlegung der mündlichen Note sollten Leistungen in folgenden Bereichen bevorzugt Berücksichtigung finden:

  • Die mündliche Mitarbeit im Unterricht: Quantität Qualität (z.B.: Grundkenntnisse, weiterführende Beiträge, sprachliche Kompetenz)
  • Die Erledigung der Hausaufgaben nach Quantität und Qualität
  • Die Mitwirkung bei Gruppen-, Partner-, Stillarbeiten und bei anderen in Zusammenhang mit dem Unterricht stehenden Aktivitäten. Zusätzlich können herangezogen werden:
  • Zusätzliche schriftliche Leistungen
  • Referate

II.2 Besonders bei Schülerinnen und Schülern, die sich von sich aus nicht am Unterrichtsgespräch beteiligen, sollte darauf geachtet werden, ob nicht auf andere Weise bewertbare Leistungen erbracht wurden. In besonderen Fällen sollte der Lehrer der Schülerin oder dem Schüler eine Möglichkeit anbieten, auf andere Weise als über die Beteili-gung am Unterrichtsgespräch den Nachweis über zumindest punktuell angemessene Mitarbeit zu erbringen.

II.3 Deshalb sollte der Unterricht methodisch vielfältig angelegt sein (z.B. Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Stillarbeit, Schülerexperimente, Referate usw.). Dadurch ergeben sich unterschiedliche Mitwirkungsmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler, so dass nicht nur die mündliche Mitarbeit im Unterrichtsgespräch als Grundlage der Leistungsfeststellung im Bereich der so genannten mündlichen Note herangezogen werden muss.

II.4 Ziel dieser Vorschläge ist es, bezüglich der Bewertungsgrundlagen und der Gewichtung der Leistungen, die zu der so genannten mündlichen Note führen, innerhalb der Fachbereiche zu einer gewissen Vereinheitlichung zu kom-men.

III.1 Zu Beginn des Halbjahres soll den Schülern bekanntgegeben werden, was in die mündliche Leistungsbewertung mit einfließt und nach welchen Kriterien sie bewertet wird.

III.2 Eine Besprechung der mündlichen Note - mit Begründung – muss mindestens einmal im Halbjahr und einmal vor den Zeugnissen erfolgen.

 

3.2.3 Offenheit für Neues

3.2.3.1 Medienkonzept

Die mit dem letzten Schulprogramm begonnene Entwicklung eines Medienkonzeptes wird hiermit fortgeschrieben, da die Bedeutung der Medien und der mit ihnen verbundenen Informations- und Kommunikationstechnologien für Schüler und Lehrer weiter gewachsen ist.

Die Einteilung des Medienkonzepts in sechs Bereiche wird beibehalten:

a) Befähigung der Schülerinnen und Schüler zur Computernutzung und des Internets

b) Einbeziehung der modernen Medien in den Unterricht der einzelnen Fächer

c) Förderung der Medienkompetenz aller Lehrer

d) Technische Ausstattung der Unterrichtsräume

e) Möglichkeit der Computernutzung durch Schülerinnen und Schüler in den Freistunden oder am Nachmittag

f) Verbesserung des Zugriffs auf Printmedien

zu a) Die Befähigung der Schülerinnen und Schüler, einen Computer zu bedienen und Internetrecherchen durchzuführen, erlangen diese im Fach Informatik, das in der Klasse 8 ein halbes Jahr lang unterrichtet wird. Darüber hinaus besteht in den Klassen 9 und 10 die Möglichkeit, am Wahlpflichtunterricht Informatik teilzunehmen. Informatikkurse in den Klassen 11 bis 13 runden das Angebot ab. Ausführlichere Informationen zum Fach Informatik sind im Abschnitt Informatik dieses Schulprogramms zu finden.

zu b) Die aktuellen Lehrpläne verlangen in allen Fächern den Einsatz des Computers im Unterricht. Schwerpunkte sind der Einsatz von Lehr- und Lernprogrammen, die Nutzung von Standardsoftware sowie die des Internets. Dabei ist es nicht erforderlich, dass jeder Schüler über einen eigenen Computer verfügt. Werden für alle Schüler einer Lerngruppe Computerarbeitsplätze benötigt, so stehen in zwei Computerkabinetten 18 bzw. 19 Arbeitsplätze zur Verfügung. Oft reicht es auch aus, wenn im Unterrichtsraum ein Computer mit Internetanschluss und Beamer zur Verfügung steht, wie es zurzeit in drei Räumen der Fall ist.

zu c) Die Medienkompetenz der Lehrerinnen und Lehrer ist unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt Lehrer, die Weiterbildungsveranstaltungen für Kolleginnen und Kollegen zum Einsatz des Computers anbieten, es gibt zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer, die sich selbst oder auf Veranstaltungen weiterbilden und es gibt leider immer noch einige Lehrerinnen und Lehrer, die den Einsatz des Computers im Unterricht ablehnen. Um die Größe der zuletzt genannten Gruppe stetig zu verkleinern, wird es nach wie vor regelmäßig Weiterbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer geben, die die Medienkompetenz steigern. Ein Schwerpunkt wird hierbei das Erstellen und Bewerten von Präsentationen im Unterricht und der Abiturprüfung sein. Rege genutzt werden die zwei Rechner, die den Lehrerinnen und Lehrern im kleinen Lehrerzimmer zur individuellen Nutzung zur Verfügung stehen.

zu d) In den letzten Jahren hat sich die technische Ausstattung der Unterrichtsräume deutlich verbessert. Statt einem Computerkabinett mit Internetzugang über Modem stehen nun zwei voll ausgestattete Computerkabinette zur Verfügung, die von allen Lehrern und ihren Klassen genutzt werden können. Die Computerkabinette sind vernetzt und können über einen DSL-Anschluss auf das Internet zugreifen. Mit Unterstützung des Fördervereins konnten drei Medienecken eingerichtet werden. Hier können an jeweils einem Einzelcomputer Internetrecherchen durchgeführt, Ergebnisse ausgedruckt und Präsentationen mittels Beamer durchgeführt werden. Auch in allen Räumen der Fachschaften Musik, Physik, Biologie und Chemie sowie in der Bibliothek und in einem Lehrerzimmer wurde die Möglichkeit geschaffen, auf das Netzwerk und das Internet zuzugreifen. Ausführlichere Informationen zur technischen Ausstattung der Unterrichtsräume sind im Abschnitt Informatik dieses Schulprogramms zu finden.

zu e) Alle Schülerinnen und Schülern können am Nachmittag in einem der beiden Computerkabinette frei arbeiten. Es besteht die Möglichkeit, sich auf den Unterricht vorzubereiten, Präsentationen zu erstellen oder Internetrecherchen durchzuführen. Dieses Angebot besteht seit dem zweiten Schulhalbjahr 2004/2005 und wurde durch die Einstellung eines 1€-Jobbers möglich, der für die Aufsicht sorgt. Es wäre wünschenswert, dieses Angebot auf Freistunden am Vormittag auszuweiten, was aber nicht ohne weiteres möglich ist, da zu dieser Zeit die Computerkabinette für den regulären Unterricht benötigt werden. Als Alternative besteht am Vormittag jedoch die Möglichkeit, einen Computer in der Bibliothek zu benutzen.

zu f) Der Plan, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die ein Konzept zur Verbesserung des Zugriffs auf Printmedien erstellt, wurde noch nicht realisiert und muss weiter verfolgt werden.

 

3.2.3.2 Zielsetzungen der Alten Landesschule zur "Pädagogische Mittagsbetreuung"

(beschlossen von Schulkonferenz und Gesamtkonferenz 3.2.05)

1) Inhaltliches Konzept

Vor dem Hintergrund eines hohen Anteils an Fahrschülern und auswärtigen Lehrern ist in den letzten Jahren immer wieder der Ruf nach einer warmen, qualitativ hochwertigen Mittagsverpflegung an der Alten Landesschule laut geworden, da vor allem in der Oberstufe ein hoher Anteil des Unterrichts am Nachmittag stattfindet (insgesamt ca. 180 Stunden). Angesichts der auf uns zukommenden Einführung der verkürzten Gymnasialzeit und der damit verknüpften Erweiterung des Nachmittagsunterrichts auch in der Sekundarstufe 1 und gleichbleibendem Raumangebot haben die Gremien unserer Schule jetzt entschieden, die Einrichtung einer pädagogischen Mittagsbetreuung anzustreben. Diese hat folgende Ziele:

- Angebot eines gesunden, schmackhaften und preiswerten Mittagessens für alle Schüler und Lehrer der Schule

- Bessere Nutzung von Freistunden und Nachmittagen sowohl für Schüler als auch Lehrer zur

  1. Erledigung von Hausaufgaben
  2. Nutzung vorhandener Bibliotheken und IT-Medien
  3. Freizeitgestaltung durch Arbeitsgemeinschaften und Kursangebote
  4. Freizeitgestaltung durch Sport- und Spielangebote
  5. Vorbereitung und Nachbereitung von Unterricht
  6. Koordination in Klassenteams und Fachteams
  7. Korrektur von Arbeiten

- Verstärkte Öffnung der Schule durch Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen, öffentlichen Bildungseinrichtungen (VHS, Musikschule, Stadtbücherei, Jugendhaus) sowie örtlichen Betrieben und überbetrieblichen Zusammenschlüssen.

Nach einer ersten unverbindlichen Umfrage unter den Schülern bzw. deren Eltern in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 wurde eine erste Nachfrage-Tendenz für zusätzliche Angebote erhoben. Auf dieser Grundlage wurden die folgenden konzeptionellen Überlegungen entwickelt.

Die Alte Landesschule strebt an, folgende Angebote zur freiwilligen Teilnahme durch Schüler aufzubauen, zu verstärken oder wiederzubeleben, wobei alle Angebote nachfrageorientiert in der Regel für ein Schuljahr eingerichtet werden und nach Anmeldung für diesen Zeitraum verpflichtend besucht werden müssen. Dabei ist durch Absprachen sicher zu stellen, dass die Schülerinnen und Schüler anschließend mit dem ÖPNV oder dem AST nach Hause gelangen können. Der Umfang dieser Angebote ist abhängig von der zusätzlichen Personalausstattung, soll sich aber auf alle Unterrichtstage erstrecken, so dass an jedem Nachmittag nach der Mittagspause mindestens noch für eine Unterrichtsstunde (also bis 15.00 Uhr) mehrere parallele Angebote auf dem Programm stehen.

  • Hausaufgabenbetreuung, vorrangig durch geeignete Oberstufenschüler, die dafür einen Befähigungsnachweis erbringen sollen. Das gleiche gilt für geeignete Eltern. Hierbei kann auf Erfahrungen zurückgegriffen werden, die viele unserer Schüler bei entsprechenden Betreuungsaufgaben im Korbacher Jugendhaus sammeln und die dann einen noch größeren Raum für wertvolles soziales Lernen in verantwortlichen, selbständig zu leistenden Aufgabenfeldern hätten. Je nach Nachfrage kann dieses Angebot in Schwerpunktfächern, die sich möglicherweise herausbilden, auch zu Formen von Nachhilfeunterricht weiterentwickelt werden (solche Nachhilfe-Angebote durch ältere Schüler gibt es an der ALS bereits für das Fach Latein). Die verstärkte Mitarbeit ehemaliger Kollegen, die jetzt schon Betreuungsaufgaben in der Lehrerbücherei übernommen haben, ist ebenfalls anzustreben.
  • Förderunterricht für lese- und rechtschreibschwache Schülerinnen und Schüler (durch DeutschlehrerFördergruppen für begabte Schülerinnen und Schüler in den Fremdsprachen Englisch und Französisch zur Teilnahme an Fremdsprachen-Wettbewerben (durch Fachlehrer)Fördergruppen für begabte Schülerinnen und Schüler in Mathematik zur Teilnahme an Mathematikwettbewerben (Klassen 8 und Klassen 11) durch FachlehrerSport-AGs zum Aufbau von Schulmannschaften (durch Fachlehrer)
  • Sport-AGs in Sportarten, die von Vereinen der umliegenden Gemeinden nicht angeboten werden; es soll in Absprache mit den Sportvereinen verhindert werden, dass diese durch Angebote der ALS Mitglieder verlieren (durch Vereins-Trainer)
  • Offene Sport-Angebote in den vorhandenen Einrichtungen (insbesondere Basketball-Feld; Street-Hockey auf dem Unterstufenhof), die je nach Verletzungsgefahr auch von Oberstufenschülern oder Eltern beaufsichtigt werden können.
  • Foto-AG (bessere Nutzung der vorhandenen Einrichtungen in herkömmlicher Labortechnik und in digitaler Computer-Technik; Lehrer oder Honorarkräfte)
  • Film-/Video-AG in Nutzung vorhandener, vom Förderverein gestifteter Geräte (Lehrer oder Honorarkräfte)
  • Schreibwerkstatt/Schülerzeitung (geeigneter PC wurde vom Förderverein gestiftet
  • Kreativ-AG/Literaturwerkstatt
  • Koch-AG (bessere Nutzung der vorhandenen Einrichtungen; Lehrer oder Honorarkräfte) im Sinne einer gezielten Gesundheits- und Ernährungserziehung
  • Werk-AG (bessere Nutzung der vorhandenen Einrichtungen; Lehrer oder Honorarkräfte)
  • Betreute Leseförderung in Kooperation mit der Stadtbücherei sowie unter Einbeziehung unserer Schüler-Bücherei (mit Büchern für jüngere Schüler, die vor allem vom Förderverein der ALS gestiftet wurden und deren Bestand in diesem Zusammenhang bedarfsorientiert erweitert werden soll) und unserer sogenannten Lehrer-Bücherei, die aber auch jetzt schon prinzipiell allen Schulangehörigen offen steht, in neuen Räumlichkeiten. Hier bietet sich auch eine Verzahnung mit den Inhalten des Landesprogramms zur Erweiterung der Methodenkompetenz nach Klippert an, an dem die ALS teilnimmt.
  • Betreute Nutzung unserer IT-Medien (zwei große Computer-Räume sowie vier Unterrichtsräume mit Internet-Zugang) zum Aufbau von E-Mail-Partnerschaften insbesondere mit unseren Partnerschulen in Avranches, Pyritz, Vysoke Myto und demnächst in Wisconsin; zum Einüben von Internetrecherchen (auch Verzahnung mit dem Klippert-Programm).
  • Theater-AG
  • Tanztheater-AG
  • Musik-AGs: Rock-AG, Flöten-AGs für verschiedene Lernjahre (auch Anfänger), Unterstufenchor, gemischter Chor, Kammerchor, Trommel-AG, Big Band, Vororchester, Streicher-Gruppe (auch Anfänger), später als Ziel auch Orchester
  • Angebote der Musikschule, die an einer solchen Kooperation sehr interessiert ist, in den Räumlichkeiten der ALS
  • Angebote örtlicher Betriebe und überbetrieblicher Zusammenschlüsse zum Kennenlernen der Berufswelt könnten ebenfalls im freiwilligen Nachmittagsbereich integriert werden. Die bereits vorhandenen Kooperationen etwa mit der Conti, den Wirtschaftjunioren und (noch im Anfangsstadium) mit der Kreishandwerkerschaft bieten dafür Ansatzpunkte, insbesondere im Vorfeld des Betriebspraktikums.

 2) Personelle Notwendigkeiten

Das Konzept ist an einer Schule von der Größe der ALS (zurzeit mit weiter steigender Tendenz ca. 1450 Schüler und ca. 90 Lehrkräfte) kaum mit der Minimal-Zuweisung von nur einer Lehrerstelle und Honorarmitteln im Umfang einer halben Stelle umzusetzen. Zwei volle Lehrerstellen plus Honorarmittel sind eher angemessen, zumal auch eine generelle bessere allgemeine Lehrerversorgung zusätzlich sehr wünschenswert bleibt.

Für den zusätzlich anfallenden Verwaltungsaufwand und die Aufsicht während des Mittagessens sind zusätzliche Mittel des Schulträgers in Form von Stundenzuweisungen oder Honorarmitteln erforderlich.

3) Räumliche Notwendigkeiten

Für die hier genannten baulichen Erweiterungen sind naturgemäß auch Einrichtungs-Investitionen erforderlich. Jedoch kann ein nicht unerheblicher Teil der Einrichtungen aus vorhandenen Beständen bestritten werden. Außerdem kann davon ausgegangen werden, dass, wie schon in der Vergangenheit, der Förderverein der ALS und - wenn auch in geringem Umfang - der Ehemaligenverein der ALS ihre beachtlichen Beiträge leisten werden.

Für die Mittagsverpflegung ist mittelfristig ein Mehrzwecksaal erforderlich, in dem bis zu 250 Personen gleichzeitig speisen können. Diese Zahl ergibt sich daraus, dass perspektivisch 1000 bis 1500 Schulangehörige verpflegt werden müssen. Denn nach Einführung der verkürzten Gymnasialzeit und dem damit verbundenen zusätzlichen Nachmittagsunterricht (von bis zu fünf Stunden Pflichtunterricht bis zur Klasse 9) ist mit solchen Zahlen zu rechnen. Wenn dann davon ausgegangen wird, dass innerhalb einer Pause von 60 Minuten in drei "Schichten" von jeweils ca. 20 Minuten jeweils 250 Personen Essplätze zur Verfügung haben, können während dieser Zeitspanne ca. 750 Menschen verpflegt werden. Jetzt schon haben bei unserer Umfrage bei einem Rücklauf von 80 % mehr als 400 von 1095 Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 10 ihr Interesse an einer Mittagsverpflegung bekundet. Die Oberstufenschüler (355), die nicht befragt wurden, weil sie von der Regelung zum großen Teil nicht mehr betroffen sein werden, dürften ein noch größeres Interesse haben, da sie schon nach der jetzigen Unterrichtsverteilung in größerem Umfang Nachmittagsunterricht wahrnehmen müssen und an kaum einem Tag zu Hause ein Mittagessen einnehmen können. Bei mehr als 750 Teilnehmern am Mittagessen müssen zwei versetzte Essenszeiten stundenplanmäßig so eingeplant werden, dass jeweils die Hälfte der Interessenten in einer der Essenszeiten eine Unterrichts- bzw. Betreuungspause hat (siehe Anlage). Die Kantine muss in enger Abstimmung mit dem ausgewählten Essenslieferanten so ausgestattet sein, dass eine geordnete Essensausgabe sowie Warmhalte- und Kühlmöglichkeiten vorhanden sind. Nach dem ausdrücklichen Wunsch der Schüler- und der Elternvertretungen der ALS soll auch ergebnisorientiert geprüft werden, inwiefern eine zeitgemäße und schülernah gestaltete Ausgabestelle für Schulmilch integriert werden kann. Eine Arbeitsgruppe der Schulkonferenz prüft zurzeit Möglichkeiten einer Schulmilchausgabe durch Schüler und/oder Eltern in Zusammenarbeit mit der Bauernmolkerei Usseln schon ab dem nächsten Schuljahresbeginn. Es ist also auch zu prüfen, ob dies nach Einführung der pädagogischen Mittagsbetreuung besser in der neuen Kantine oder unverändert in der jetzigen Pausenhalle geschehen soll.

Die vorhandenen Räumlichkeiten können nicht im Sinne des notwendigen Mehrzwecksaales umgebaut werden.

Einen ausschließlich zum Essen geeigneten Raum zu errichten, wäre eine unverhältnismäßige Investition. Deswegen sollte diese Räumlichkeit als Mehrzweckraum so erstellt werden, dass sie von der ALS nicht nur als Kantinen-Saal, sondern beispielsweise auch für Theateraufführungen, Konzerte oder größere Vortragsveranstaltungen genutzt werden kann (Abtrennbarkeit der Essensausgabe-Stelle, versenkbare Bühne, Teilungsmöglichkeiten des Saales, angemessene Bestuhlung).

Ferner ist ein größerer Stillarbeitsraum erforderlich, in dem Schüler und Lehrer ungestört arbeiten können (wie in großen Uni-Bibliotheken). Dieser Raum kann durch Bestände der vorhandenen Oberstufenbücherei so ausgestattet werden, dass Handapparate zu unterrichtsrelevanten Themen als Präsenzbibliothek zur Verfügung stehen. Computer mit entsprechender (teils schon vorhandener) Informations- und Lernsoftware müssten nach und nach zur Ausstattung hinzukommen.

Daneben sind ein Besprechungsraum (Elterngespräche, Nachbereitung von Unterrichtsbesuchen der Referendarsausbildung etc.) sowie jeweils ein Ruheraum für Lehrer und Schüler nötig.

Für eine zeitgemäße Gesundheitserziehung ist auch ein "Fitness-Raum" mit sorgfältig ausgesuchten Trainingsgeräten sehr wünschenswert (insbesondere Rückenschulung, Prophylaxe und Therapie allgemeiner Haltungsschäden). Dieser Raum kann auch im normalen Sportunterricht genutzt werden - zurzeit besucht ein Sportkurs gegen Gebühr zu diesem Zweck ein Fitness-Studio.

Für den Unterstufenhof sollten in einer späteren Ausbaustufe leicht installier- und deinstallierbare Vorrichtungen für weitere Ballspiele errichtet werden (auch in den normalen Pausen nutzbar im Sinne der allgemeinen Gewaltprävention und zum damit verknüpften sozialen Lernen - Selbstorganisation).

4) Zeitliche Einteilung

Zum jetzigen Zeitpunkt kann eine Mittagsverpflegung nur in sehr eingeschränktem Umfang organisiert werden. In einem der beiden Aufenthaltsräume können ca. 50 Essplätze verfügbar gemacht werden (ohne vorhandene Warmhalte- und Spülmöglichkeiten u.ä.), die zunächst bei noch unverändertem Stundenvereilungskonzept nach der 6. Unterrichtsstunde genutzt werden können. Bei einer künftigen 60-Minutenpause können also ca. 150 Personen verpflegt werden. Direkt im Anschluss daran können dann von Montag bis Freitag zwei Stunden mit zusätzlichen freiwilligen Angeboten platziert werden.

Dabei können wir auf Erfahrungen zurückgreifen, die in der benachbarten Humboldt-Schule, von der wir Schüler nach der vierten und nach der sechsten Klasse übernehmen, die solche Modelle bereits kennen. Für das Essens-Angebot wird nach Aufnahme in das beantragte Programm in Kooperation mit dem Schulträger und unter Nutzung der Erfahrungen der Humboldt-Schule eine Ausschreibung erfolgen. In Abstimmung zwischen den Konferenzen der Eltern, Lehrer und Schüler wird letztlich durch die Schulkonferenz nach vorliegenden Modellen zur Qualitätseinstufung von gesundem Essen und dem Preis-Leistungsverhältnis ein Anbieter ausgewählt werden. Dieser wird auch alle Nebentätigkeiten zur Essensausgabe übernehmen müssen.

Nach der schrittweise ab dem Schuljahr 2005/2006 erfolgenden Einführung der verkürzten Gymnasialzeit für die ALS ergeben sich weitere Notwendigkeiten hinsichtlich der Stundenplangestaltung. Dazu kann jetzt noch kein eindeutiges Votum vorgelegt werden, aber nach der Aufnahme in das Programm ist noch genügend Zeit, den jetzt bereits begonnenen Entscheidungsprozess zum Abschluss zu bringen. In der Anlage sind die Zeit-Modelle beschrieben, die zurzeit Grundlage der Diskussion an der ALS sind. Aus heutiger Sicht ist es denkbar, mit Modell 1 zu starten und dann aufgrund des Praxis-Tests gegebenenfalls in ein anderes dieser Modelle oder in eine Kombination derselben zu wechseln. Unabhängig davon, welches Modell als Einstieg gewählt wird, muss eine Revision im Lichte von praktischen Erfahrungen möglich bleiben. Alle beschriebenen Modelle werden den Voraussetzungen des Programms zur pädagogischen Mittagsbetreuung gerecht.

5) Schulprogramm

Im nächsten Schuljahr steht nach entsprechender Evaluation eine Überprüfung und
Erweiterung des Schulprogramms der ALS auf der Tagesordnung (diese Terminsetzung
steht so im jetzt gültigen Schulprogramm). Die jetzt von allen Konferenzen der
ALS beschlossene Teilnahme am Programm der pädagogischen Mittagsbetreuung wird
im Zuge dieser Überarbeitung eingearbeitet werden. Sie fügt sich sehr gut in das
Konzept der "Gemeinsamen Zielsetzungen für das Miteinander" ein, in dem u.a.
auch die Stärkung der Eigenverantwortung der Schüler (soziales Lernen), die
Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule bei Erziehungsfragen und die große
Bedeutung von Lernfeldern, die über den schulischen Fachunterricht im engeren
Sinne hinausreichen, betont werden. Nicht zuletzt entspricht die beantragte
Teilnahme am Programm der pädagogischen Mittagsbetreuung dem Schulmotto, das
erst in diesem Jahr im Zuge der 425-Jahr-Feier der ALS einhellig beschlossen
wurde: "ALS - Mehr ALS Schule - seit 1579".