ALS-Erziehung

Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde ...

9. Forum: Dr. Eckhard Schiffer

Gesunde Entwicklung in Kindheit und Jugend

 

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Huckleberry Finn auf uns immer so gesund und stark gewirkt hat? Obwohl er es doch eigentlich ziemlich schwer gehabt hatte, so wie wir sein Leben miterlebten – in den Geschichten von Mark Twain.

Huckleberry Finn ist ein sozialer Problemfall. Die Mutter taucht nie auf, der Vater trinkt und wird schnell gewalttätig. Huck schwänzt die Schule, läuft immer wieder von zu Hause fort. Schlechte Voraussetzungen für ein bürgerliches Leben - und gute, um in Abhängigkeit von Suchtmitteln zu geraten. Was hat ihn stark gemacht? Was hat ihn, trotz aller Gefahrenmomente und Defizite, geschützt und getragen?

Beim Thema Sucht und Suchtvorbeugung beschleicht uns häufig ein unangenehmes Gefühl - haben wir doch dabei zumeist die Bilder von Drogensüchtigen und Alkoholikern vor uns, verbunden mit der Vorstellung eines ständig wachsenden Angebotsmarktes neuer Suchtmittel. Dabei bedenken wir zu wenig, dass Suchtentstehung ein beinah "alltäglicher" Vorgang abseits dieser Bedrohungsszenarien ist und meist auch recht unspektakulär verläuft. Vorbeugung gegen Süchte aller Art betrifft mehr oder weniger jeden von uns – egal ob jung oder alt.

Doch wie muss eine zeitgemäße, frühzeitige Vorbeugung aussehen, die den Bedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche heute aufwachsen und leben, gerecht wird? Wie sieht eine Suchtvorbeugung aus, die die Erwartungen und Werte von Eltern und Bezugspersonen einbezieht?

Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde…. Mögliche Antworten auf diese Frage erläutert Dr. Eckhard Schiffer in einem Vortrag mit Diskussion.

Hochbegabt – Was nun?

8. Forum: Dominique Peipert

Vortrag zur Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler an der Alten Landesschule

Termin: Di. 13.11.2012

Ort: Alte Landesschule (Raum wird noch bekannt gegeben )

Beginn: 19:30 Uhr

Die Förderung und Identifikation von Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen ist seit vielen Jahren ein Schwerpunkt der ALS. Dies wurde im Jahr 2008 vom Hess. Kultusministerium mit der Verleihung des Gütesiegels für Schulen, die hochbegabte Schülerinnen und Schüler besonders fördern, gewürdigt. Die Identifikation, besonders sogenannter Underachiever (d. h. Schülerinnen und Schüler, die trotz hoher Begabungen, keine guten Leistungen erzielen) ist mitunter allerdings schwierig.

Die Referentin Frau Peipert verfügt als Schulpsychologin des staatlichen Schulamts in Fritzlar und als Mitarbeiterin der begabungsdiagnostischen Beratungsstelle BRAIN (http://www.uni-marburg.de/fb04/ag-pp-ep/brain) in Marburg über zahlreiche Erfahrungen im Bereich der Hochbegabtenförderung. In ihrem Vortrag wird Frau Peipert über die Frage „Was ist Hochbegabung?“ sowie über Indikatoren zur Identifikation von Hochbegabung referieren. Ferner wird sie Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Identifikation und der Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler vorstellen. Nach dem Vortrag ist die Möglichkeit zur Diskussion gegeben.

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrerinnen, Lehrer und interessierte Eltern. Auch Kollegen der umliegenden Schulen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Die Veranstaltung ist als Fortbildungsveranstaltung beim Hess. Kultusministerium akkreditiert.

Guter Unterricht

7. Pädagogischer Tag: Michael Fischer

Powerpoint Präsentation des Vortrags

Sicherheit im Internet

6. Forum: Dirk Virnich

Am 13.09.2011 referierte D. Virnich (Polizist und Jugendkoordinator der Polizei) im Rahmen des ALS- Erziehungsforum für Eltern der Jahrgangsstufen 5-7 sowie weitere Interessierte zu dem aktuellen Thema: "Gefahren im Netz". Ca. 60 Eltern folgten der Einladung und wurden überrascht, in wie vielen Bereichen Gefahren auf die Kinder beim Surfen im Internet lauern.

Zunächst sprach Herr Virnich das Thema Medienkompetenz an. Er gab den Eltern den Tipp, ihre eigenen Kinder als Experten zu nutzen. Sie kennen sich meist besser aus als ihre Eltern. Anhand von etlichen Untersuchungen stellte sich heraus, dass Mädchen das Internet vor allem zur Kommunikation und Jungen eher zum Spielen nutzen, was jeweils wieder eigene Risiken in sich birgt. Vielen sei beim Surfen gar nicht klar, in welche Fallen man geraten kann. Die Daten, die man über sich im Internet veröffentlicht, können verfälscht werden. Man kommt leicht an jugendgefährdende Inhalte. Im Chat können Beleidigungen und Beschimpfungen bis zum Psychoterror führen. Hier besteht auch die Gefahr, dass andere sexuellen Missbrauch anbahnen. Eine Falle, in die viele unbewusst geraten, ist die Urheberrechtsverletzung durch Weitergeben oder Downloaden von geschützten Daten. Herr Virnich nannte noch zwei Gefahren, deren negative Auswirkung noch nicht bewiesen ist. So führt er die Gefahr der Isolation bzw. der erhöhten Gewaltbereitschaft durch suchtähnliches Surfen und Spielen im Netz an.

Im Anschluss ging Herr Virnich auf die meistgenutzten Communities wie "SchülerVZ", "Facebook", "Wer kennt wen", "ICQ",… ein. Hauptprobleme dieser Foren sieht er vor allem in den mangelnden Kontrollen. Zum Beispiel gibt es im "SchülerVZ" keine Alterskontrollen. 2/3 der Teilnehmer seien inkognito angemeldet. Die dort hinterlegte sogenannte "Privatsphäre" über eine Such-Maske sehr detailliert abgefragt werden. Die über 3000 Beschwerdemeldungen pro Tag können die ca. 300 SchülerVZ-Mitarbeiter kaum bewältigen. Herr Virnich gab auch zu bedenken, dass es mittlerweile gängige Methode bei Einstellungsverfahren ist, sich im Internet über die Bewerber zu informieren.

"Cybermobbing" bzw. "Mobbing24" gehörten zu den weiteren Gefahren. Hierbei ist den Tätern meistens gar nicht klar, welche strafbaren Handlungen sie begehen und welche zivilrechtlichen Folgen diese nach sich ziehen. So haben die Opfer Anspruch auf Beseitigung und Unterlassung der Verleumdungen, Schadensersatz sowie Schmerzensgeld. Außerdem können die Tatmittel (Computer, Handy,…) beschlagnahmt und der Vernichtung zugeführt werden.

Des Weiteren wies Herr Virnich auf Vertragsfallen und sogenannte Erpressersoftware als weitere Gefahren hin.

Alle genannten Gefahrenpunkte veranschaulichte Herr Virnich sehr eindrucksvoll mit Beispielen aus der Region bzw. von Schülern der ALS. Deshalb bekundeten die anwesenden Eltern sehr nachdrücklich ihren Wunsch, Projekte zu diesem Thema für die Schüler der ALS fest zu installieren. Es wäre schöner für diesen gelungenen und informativen Abend gewesen, wenn weit mehr Eltern der Einladung gefolgt wären.

Selbstverletzung

5. Forum: Frau Nun

Wege aus der Brüllfalle

4. Forum: Wilfried Brüning

Mit ca. 60 Teilnehmern gut besucht war das ALS-Forum Erziehungsfragen. Anhand mehrerer sehr aussagekräftiger und einfühlsamer Filmsequenzen zeigte der Referent, Wilfried Brüning, Detmold, nicht nur auf, wie die "Brüllfalle" funktioniert. Er verstand es auch, die Teilnehmer in angeregte Diskussionen einzubinden und die konfliktträchtigen Situationen aus der Sicht der Kinder nachvollziehbar zu machen.

Zuletzt bot er auch Auswege an. Der Referent vertrat in den Diskussionen nachdrücklich und überzeugend die Forderung nach mehr Erziehungsverantwortung und nach einer bewusst gelebten und recht verstandenen Autorität der Eltern. Wie gut das Thema ankam zeigte sich daran, dass sich die engagierten Diskussionen über den Zeitpunkt von 22.00 Uhr hinausentwickelten.

Schulleiter Robert Gassner bedankte sich beim Förderverein der ALS für die Finanzierung und der ALS-Kollegin Katrin Lange für die Organisation des Abends.

Fit im Kopf und fit im Körper

3. Forum: Dr. Meike Bökemeier, Kinderärztin

Eltern sollen Vorbilder sein - Schwimmen und Radfahren empfohlen

Durch mehr Bewegung und ausgewogene Ernährung zum gesünderen Lebensstil: Das Erziehungsforum der Alten Landesschule Korbach schilderte Ursachen und Risiken von Übergewicht speziell bei Kindern und bot Möglichkeiten zur Problembehandlung. Dr. Meike Bökemeier (Kinder- und Jugendärztin), Andrea Twardella (Diplom-Sozialpädagogin), Sandra Brühne (Diätassistentin) und Karin Bökemeier (Physiotherapeutin) führten Lehrer, Eltern und Schüler an die Problematik heran. Jedes fünfte Kind sei übergewichtig und bewege sich zu wenig. Folgekrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Gelenkprobleme seien keine Seltenheit mehr, schon Erstklässler zeigen Fehlhaltungen, Muskelschwächen und deutliche motorische Defizite. Um diesem entgegenzuwirken, sei es notwendig, dass Eltern ihre Vorbildfunktion erfüllten. Wirkliches Interesse am Kind sei sehr wichtig.

Die Referentinnen riefen dazu zu mehr Familienaktivitäten auf, ein aktiver Lebensstil der Eltern übertrage sich schließlich auch auf das Kind. Dabei stelle sich aber ebenfalls die Frage, wie in Familien mit Konflikten umgegangen werde und ob sich die Familie auch als Familie fühle, betonte Andrea Twardella. Anstatt zusammen vor dem Fernseher zu sitzen, empfehle sich gemeinsames Kochen, bei dem die Kinder gesunde Lebensmittel wie Gemüse und Obst richtig kennen lernten, ein Schwimmbadbesuch oder eine Wanderung.

Besonders Schwimmen und Fahrradfahren seien zum Abnehmen geeignet. Zur Un terstützung führten die Frauen Bewegungsübungen vor, die das Publikum nachmachte. Denn "dicke Kinder werden zu 60 % auch dicke Erwachsene mit allen Risiken", erklärte Dr. Meike Bökemeier. Sie ermutigte Verwandte, ihrem Nachwuchs an Stelle von Videospielen Bewegungsspiele wie Gummitwist oder Jonglierspiele zu schenken. Dabei ginge es nicht um das Schlanksein, es sollte immer die Gesundheit an erster Stelle stehen. Im Sommer wird Tatjana Naderian im Rahmen der Vortragsreihe über Angst bei Kindern referieren.

Anke Grünhaupt, WA vom 24.1.06

Höflichkeit

2. Forum: Dr. Annemarie von der Groeben, Laborschule Bielefeld

(Thesen zum Vortrag)

  1. Echte Höflichkeit kann nur aus Achtung und Toleranz erwachsen. Sie kann darum nicht isoliert "beigebracht" werden, etwa in Form von Benimm-Kursen. Echte Höflichkeit kann nur ausüben, wer von anderen angenommen wird und gelernt hat, andere anzunehmen. Sie ist daran erkennbar, dass sie keinen Menschen ausnimmt.
  2. Erziehung zur Höflichkeit bedeutet tägliche Schulung der Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Nicht umsonst gilt Aufmerksamkeit als Synonym für erwiesene Höflichkeit. Geschärfte Wahrnehmung eigenen und fremden Verhaltens ist die Voraussetzung für Empathie. Die "goldene Regel" , den anderen so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, ist zugleich die allgemeinste Maxime der Höflichkeitserziehung.
  3. Erziehung zur Höflichkeit schließt das Wissen über die Vielfältigkeit ihrer Formen mit ein. Höflichkeit ist "mehrsprachig". Die Kenntnis ihrer unterschiedlichen kulturellen Ausprägungen und die Bereitschaft, andere neben der eigenen zu achten, zeichnen Höflichkeit als gelebte Toleranz aus.
  4. Erziehung zur Höflichkeit ist Einübung in gesellschaftlich akzeptiertes Verhalten. Dies schließt die (selbst)kritische Reflexion über dessen Ambivalenzen nicht aus, sondern ein. Nur wer gelernt hat, den eigenen Nutzen u.U. zurückzustellen und stattdessen andere Prioritäten zu setzen, beherrscht mehr als nur äußerliche Umgangsformen.
  5. Erziehung zur Höflichkeit bedeutet auch bewusste Pflege und Schulung der Form. Die ästhetische Komponente der Höflichkeit, das Bewusstsein von und der Sinn für die Schönheit gepflegter Umgangsformen, müssen ebenso kultiviert werden wie das moralische Bewusstsein von ihrer Notwendigkeit.
  6. Höflichkeit entsteht nicht von allein, auch nicht aus einem allgemein freundlichen Umgang miteinander. Erziehung zur Höflichkeit ist notwendig.

Gesundheit für Körper, Geist und Seele des Kindes

1. Forum: Dr. Eckhard Schiffer