Geschichtswerkstatt

 

Unbenannt9

Leitung: Marion Lilienthal

Inhalt

 

 

Hier finden Sie die Website der Geschichtswerkstatt der Alten Landesschule:

http://www.geschichtswerkstatt-als.de/

 

Waldeckische Landeszeitung, 11. Mai 2013

 

Jüdische Kinderleben nach 1933 WLZ 11-05-2013

Waldeckische Landeszeitung, 08. Mai 2013

Ganz anderer Zugang möglich WLZ 08-05-2013

Waldeckische Landeszeitung, 25. April 2013

Heute Abend Vortrag über jüdische Kinder WLZ 25-04-2013

Waldeckische Landeszeitung, 19. April 2013

Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Mohringen WLZ 19-04-2013

Hessisch- Niedersächsische Allgemeine, 13. April 2013

Eine besondere Geschichte HNA 13-04-2013

Hessisch- Niedersächsische Allgemeine, 09. Februar 2013

Lesung und Ausstellung zu Anne Frank HNA 13-04-13

Deine Anne - Ein Mädchen schreibt Geschichte

Zu ihrem 13. Geburtstag am 12. Juni 1942 bekommt Anne Frank ein Tagebuch geschenkt. Auf die erste Seite schreibt sie: "Ich werde, hoffe ich, dir alles anvertrauen können, wie ich es noch bei niemandem gekonnt habe, und ich hoffe, du wirst mir eine große Stütze sein."

 

Ein-Maedchen-schreibt-Geschichte

Andrea Franke (Jugendhaus), Ernst Klein (Verein "Gegen Vergessen") und Marion Lilienthal (ALS-Geschichtswerkstatt) stellten am Freitag Plakat und Programm der Ausstellung vor.
© Kobbe

Korbach. Das Tagebuch der Anne Frank kennen Millionen Menschen in aller Welt. Im Original sind die Aufzeichnungen des jüdischen Mädchens in rotweißen Karostoff eingebunden. In rund 60 Sprachen übersetzt, erreicht ihr 1947 erstmals gedrucktes Vermächtnis eine weltweite Auflage von mehr als 20 Millionen Büchern. "Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte" heißt die Wanderausstellung des Berliner Anne-Frank-Zentrums, die vom 14. April bis 26. Mai im Wolfgang-Bonhage-Museum zu sehen ist. Multimedial gestaltet schildern die Bildwände und Exponate das Schicksal Anne Franks, die 1933 mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam flüchtete. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in den Niederlanden versteckten sie sich von 1942 bis 1944 in einem Hinterhaus an der Prinsengracht. Dort entstand das weltberühmte Tagebuch, das als Symbol für den Holocaust 2009 von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde. Nach dem Verrat ihres Verstecks wurde die Familie von den nationalsozialistischen Besatzern deportiert. Anne Frank starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren.

Mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen sollen die Gefahren von Anti-semitismus, Rassismus und Diskriminierung verdeutlicht und auf die Bedeutung von Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie hingewiesen werden, betonen die Veranstalter. Für das umfangreiche Begleitprogramm kooperiert das Bonhage-Museum mit dem Jugendhaus Korbach, dem Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie", dem Präventionsbeirat, der Alten Landesschule und den Beruflichen Schulen.

Nach dem Konzept "Jugendliche begleiten Jugendliche" führen Gymnasiasten und Berufsschüler junge Besucher durch die Ausstellung. Etwa 30 dieser Begleiter werden bis Mitte April dafür geschult, berichtet Marion Lilienthal, die an der ALS die Geschichtswerkstatt leitet. Die Pädagogin weist bei einer Stadtführung auf das jüdische Leben in Korbach hin. Ebenso wird Ernst Klein (Volkmarsen), Sprecher der Regionalgruppe des Vereins "Gegen Vergessen", in einem Vortrag Lebenswege jüdischer Kinder in Nordhessen nachzeichnen.

Für Andrea Franke, Leiterin des Jugendhauses, stehen vor allem die Bezüge zur Gegenwart im Fokus des Interesses. So beschäftigen sich mehrere Begleitveranstaltungen auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Rechtsextremismus.

Schulklassen, die sich für einen begleiteten Ausstellungsbesuch interessieren, melden sich schriftlich im Jugendhaus an. Anmeldeformulare gibt es unter www.museum-korbach.de.

Quelle: WLZ

 

Ausstellung:
„Anne Frank. Ein Mädchen schreibt Geschichte“

Die Ausstellung »Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte« wird vom 14. April bis zum 26. Mai 2013 im Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH in Kooperation mit der Alten Landesschule, dem Jugendhaus Korbach und  dem Verein Gegen Vergessen Für Demokratie e.V.  präsentiert.

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Ausstellung
»Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte«

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie bereits heute darauf aufmerksam machen, dass vom 14. April bis zum 26. Mai 2013 im Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH die Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ präsentiert wird.

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Ausstellungs- und Botschafterprojekts »Anne Frank und wir« vom Anne Frank Zentrum und Anne Frank Haus entwickelt. Organisiert wird das Anne Frank-Ausstellungsprojekt im Korbacher Museum gemeinsam mit dem Jugendhaus Korbach, dem Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie, der Alten Landesschule Korbach und den Beruflichen Schulen des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank (1929-1945) ist Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten und intimes Dokument der Lebens- und Gedankenwelt einer jungen Schriftstellerin. In der Ausstellung erzählen große Bildwände von ihrem Leben und ihrer Zeit: von den ersten Jahren in Frankfurt am Main und der Flucht vor den Nationalsozialisten, über die Zeit in Amsterdam – glückliche Kindheit und schwere Zeit im Versteck – bis zu den letzten schrecklichen sieben Monaten in den Lagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen. Viele private Fotos erlauben einen ganz intimen Einblick in das Leben der Familie Frank und ihrer Freunde. Die persönliche Geschichte Anne Franks wird verbunden mit der Geschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs. Neben der Perspektive der Verfolgten und ihrer Helfer wird die Perspektive von Mitläufern und Tätern dargestellt.

In einem aktuellen Teil wendet sich die Anne Frank-Ausstellung direkt an Jugendliche heute mit Fragen zu Identität, Gruppenzugehörigkeit und Diskriminierung: Wer bin ich? Wer sind wir? Wen schließe ich aus? … Kurze Filme mit Jugendlichen regen zur Diskussion über diese Themen an. Ausgehend von der Frage »Was kann ich bewirken?« ermutigt die Ausstellung zu eigenem Engagement.

Bestandteil der Präsentation ist das Konzept »Jugendliche begleiten Jugendliche«. An jedem Ausstellungsort, so auch in Korbach, werden Schüler zu Ausstellungsbegleitern ausgebildet. Dieser Ansatz ermöglicht den Zugang zu jugendlichen Ausstellungsbesuchern, die erfahrungsgemäß sehr positiv darauf reagieren, wenn ihnen eine etwa gleichaltrige Person gegenüber tritt.

Schulklassen, die sich für eine Begleitung durch die Ausstellung interessieren, können sich ab dem 19. 11. 2012 schriftlich (mit beiliegendem Formular) anmelden. Führungen sind von Montag bis Freitag um 8.00 Uhr, 10.15 Uhr und 12.45 Uhr (nachmittags nach Vereinbarung) möglich und dauern maximal 2 Stunden. Der Eintritt in das Museum und die Führungen sind kostenlos.

 

»Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte«
14. April - 26. Mai 2013
Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH

image001(Copyright: Anne Frank Haus/Anne Frank Fonds)

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Die Ausstellung wurde im Rahmen des Ausstellungs- und Botschafterprojekts »Anne Frank und wir« vom Anne Frank Zentrum, Berlin und dem Anne Frank Haus, Amsterdam entwickelt. Organisiert wird das Anne Frank-Ausstellungsprojekt im Korbacher Museum gemeinsam mit dem Jugendhaus Korbach, dem Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie, der Alten Landesschule Korbach und den Beruflichen Schulen des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank (1929-1945) ist Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten und intimes Dokument der Lebens- und Gedankenwelt einer jungen Schriftstellerin. In der Ausstellung erzählen große Bildwände von ihrem Leben und ihrer Zeit: von den ersten Jahren in Frankfurt am Main und der Flucht vor den Nationalsozialisten, über die Zeit in Amsterdam - glückliche Kindheit und schwere Zeit im Versteck - bis zu den letzten schrecklichen sieben Monaten in den Lagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen. Viele private Fotos erlauben einen ganz intimen Einblick in das Leben der Familie Frank und ihrer Freunde. Die persönliche Geschichte Anne Franks wird verbunden mit der Geschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs. Neben der Perspektive der Verfolgten und ihrer Helfer wird die Perspektive von Mitläufern und Tätern dargestellt.

In einem aktuellen Teil wendet sich die Anne Frank-Ausstellung direkt an Jugendliche heute mit Fragen zu Identität, Gruppenzugehörigkeit und Diskriminierung: Wer bin ich? Wer sind wir? Wen schließe ich aus? ... Kurze Filme mit Jugendlichen regen zur Diskussion über diese Themen an. Ausgehend von der Frage »Was kann ich bewirken?« ermutigt die Ausstellung zu eigenem Engagement.

Bestandteil der Präsentation ist das Konzept »Jugendliche begleiten Jugendliche«. An jedem Ausstellungsort, so auch in Korbach, werden Schüler zu Ausstellungsbegleitern ausgebildet. Dieser Ansatz ermöglicht den Zugang zu jugendlichen Ausstellungsbesuchern, die erfahrungsgemäß sehr positiv darauf reagieren, wenn ihnen eine etwa gleichaltrige Person gegenüber tritt.

Schulklassen, die sich für eine Begleitung durch die Ausstellung interessieren, können sich mit diesem Formular (PDF-Datei) im Jugendhaus Korbach anmelden. Der Besuch der Ausstellung ist für Schulklassen und Gruppen nur nach Anmeldung möglich.

Führungen sind von Montag bis Freitag um 8.00 Uhr, 10.15 Uhr und 12.45 Uhr (nachmittags nach Vereinbarung) möglich und dauern maximal 2 Stunden. Der Eintritt in das Museum und die Führungen sind für Schulklassen und Gruppen kostenlos, für Einzelbesucher gelten die normalen Eintrittspreise.

Hinweis zu den Öffnungszeiten

Nur für angemeldete Gruppen:

Mo. - Fr. 11:00 bis 14:45 Uhr (Der Besuch der Ausstellung ist für Gruppen nur nach Anmeldung möglich.)

Für Einzelbesucher:

Mo. - Fr. 14:45 bis 16:30 Uhr / Sa. und So. 11 bis 16:30 Uhr

Das Ausstellungs- und Botschafterprojekt "Anne Frank und wir" wird gefördert durch:

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Fortbildung - Anne Frank in der pädagogischen Praxis

Dieses Seminar ist ein Baustein im Rahmen des Ausstellungsprojekts »Anne Frank – eine Geschichte für heute«. Es widmet sich der Frage: Wie kann die Beschäftigung mit der Lebensgeschichte von Anne Frank den Unterricht oder die Jugendarbeit bereichern?

Ziele

Das Anne Frank Zentrum bietet ein Tagesseminar mit folgenden Zielen an: „ den Unterricht zum Thema Nationalsozialismus überdenken und interessant gestalten „ aufspüren, was an Anne Franks Geschichte für heutige Jugendliche interessant ist „ für aktuelle Erscheinungsformen von Diskriminierung und Rassismus sensibilisieren „ zu demokratischem Verhalten und Respekt ermutigen.

Themen

Die Lebensgeschichte Anne Franks, einer ganz normalen Jugendlichen mit Stärken und Schwächen, die der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer fiel, lässt sich in der Schule anschaulich darstellen. Das Tagebuch der Anne Frank bietet eine Vielzahl thematischer Ansatzpunkte, die Geschichte und Gegenwart verbinden: »Ausgrenzung«, »Flüchten«, »Helfen«, »Zivilcourage«, »Alltag im Versteck« oder Annes Überlegungen, wie ein friedliches Zusammen- leben von Menschen aussehen kann. Dieser Vielfalt entsprechend bieten wir im Seminar Anregungen für unterschiedliche Unterrichtsfächer, Klassenstufen und Schultypen. Methoden.

Im Seminar werden pädagogische Materialien des Anne Frank Hauses (Filme, Anne Frank Zeitung, CD-ROM) vorgestellt, die den genannten Zielen und Inhalten gewidmet sind. Dazu gehören interaktive, diskursive Methoden sowie die Arbeit mit historischen Fotos und neuen Medien. Eine Auswahl folgender Methoden wird vorgestellt und praktisch ausprobiert:

  • „ »Gallery walk« – Ideen zur Arbeit mit historischen Fotos
  •  Perspektivisches Schreiben – kreative Arbeit mit dem Tagebuchtext
  • „ »Ein ganz normaler Tag« - wie mit antijüdischen Gesetzen der Antisemitismus Alltag wurde
  • „ »Alle Menschen sind gleich!?« - Oder wie ist das heute bei uns...?



Dauer: ca. 6 Stunden

Zielgruppe:

Lehrkräfte beider Sekundarstufen in den Fächern Deutsch, Geschichte, Religion, Ethik, Sozialkunde; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der freien Jugendarbeit.

Seminarordner:

Jede/r Teilnehmer/in erhält ein 140- seitiges »Ideenbuch Anne Frank im Unterricht« mit Texten, methodischen Anleitungen und Bildern

Ausstattung:

Flipchart, Pinwand, Overhead-Projektor,TV und Video

Teilnehmerzahl: 10 bis 25 Personen

Kontakt:

Anne Frank Zentrum, Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin,
Tel. 030 2888 656-00
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 

Das Trainingsseminar für junge Austellungsbegleiterinnen und -begleiter

Ausstellung für Jugendliche 

Die Ausstellung »Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte« wurde vor allem für junge Besucherinnen und Besucher konzipiert. Die Ausstellung wird in den kommenden Jahren in Deutschland als neuer kommunikativer Lernort präsentiert. Das Konzept setzt ganz auf die Auseinandersetzung von Jugendlichen mit einem Mädchen, das – wenn auch unter anderen und überaus grausamen Umständen – über Themen schreibt, die auch Jugendliche heute beschäftigen: die eigene Entwicklung und die Welt, die sie umgibt. Anne Frank war selbst ein Teenager, als sie ihr Tagebuch schrieb. Darum ermöglicht ihre Lebensgeschichte gerade Jugendlichen einen persönlichen Zugang zu den zeitgeschichtlichen Ereignissen.

»Wie herrlich ist es, dass niemand auch nur eine einzige Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt zu verändern.« Anne Frank Ihre persönliche Geschichte wird verbunden mit der Geschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs. Wichtige geschichtliche Ereignisse werden kurz erläutert und durch Filme und Aussagen von Zeitzeugen ergänzt. Neben der Perspektive der Verfolgten und ihrer Helfer wird die Perspektive von Mitläufern und Tätern dargestellt.

Kernstück der neuen Ausstellung ist der Gedankenraum, der sich der langen Zeit im Versteck widmet. Audiozitate würdigen Anne Frank als Tagebuchschreiberin und Chronistin ihrer Zeit. Sie ermöglichen ein Nachdenken über die Parallelen und Unterschiede zwischen gestern und heute. Dazu zeigt die Ausstellung die Geschichte des Tagebuchs seit dessen Veröffentlichung.

Die Ausstellung bietet Jugendlichen ein Forum, sich mit Fragen auseinander zu setzen, die sie an ihr eigenes Leben stellen. Es sind Fragen des Erwachsenwerdens, auf die schon Anne Frank Antworten suchte, nach dem eigenen Ort im sozialen und politischen Leben. Die neue Anne Frank-Ausstellung wendet sich dazu direkt an Jugendliche heute mit Fragen zu Identität, Gruppenzugehörigkeit und Diskriminierung: Wer bin ich? Wer sind wir? Wen schließen wir aus? Kurze Filme mit Jugendlichen von heute regen zur Diskussion zu diesen Themen an. Ausgehend von der Frage »Was kann ich bewirken?« ermutigt die Ausstellung zum Einsatz für eine menschliche Gesellschaft heute.

Das Konzept der Peer Education »Jugendliche begleiten Jugendliche«

Das Anne Frank Zentrum nutzt in der pädagogischen Arbeit das Konzept der Peer Education. Darunter versteht man, dass Jugendliche auf Augenhöhe miteinander kommunizieren und gemeinsam an eigenen Fragestellungen arbeiten. Als Konzept »Jugendliche begleiten Jugendliche« wird dieser Ansatz im Wanderausstellungsprojekt des Anne Frank Zentrums umgesetzt, indem Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren zu Ausstellungsbegleiterinnen und -begleitern ausgebildet werden, um dann Gleichaltrige durch die Ausstellung zu begleiten. Dazu gehören Gespräche mit der Gruppe über das Gesehene und Gehörte sowie interaktive Methoden. Dies ermöglicht den jugendlichen Besucherinnen und Besuchern, sich auf Augenhöhe über die Themen der Ausstellung auszutauschen, dabei eigene Fragen und Interessen einzubringen und eigene Meinungen zu entwickeln. Für die jugendlichen Guides selbst ist die verantwortliche Mitarbeit am Ausstellungsprojekt eine prägende, lehrreiche Erfahrung, die mit einem Zertifikat des Anne Frank Zentrums bescheinigt wird. Darüber hinaus bedanken sich viele Orte bei den Ehrenamtlichen mit eigenen Geschenken oder gemeinsamen Exkursionen.

E-Learning

Bereits vor dem Trainingsseminar erhalten die teilnehmenden Jugendlichen die Möglichkeit, sich auf ihre Aufgabe als Begleiterin oder Begleiter vorzubereiten. Dazu hat das Anne Frank Zentrum ein E-Learning- Modul entwickelt, das online zur Verfügung steht. Darin werden einerseits wichtige Themen, Begriffe und Fragen der Ausstellung eingeführt, so dass die Jugendlichen bereits im Vorfeld damit in Berührung kommen. Außerdem erhalten sie durch einen Persönlichkeitstest einen Eindruck davon, welcher Art von Begleiter oder Begleiterin sie sind.

Trainings- und Feedbackseminar

Zur Vorbereitung der Begleiterinnen und Begleiter auf ihre Aufgabe dient ein zweitägiges Trainingsseminar. Darin werden die Inhalte der Ausstellung vermittelt und Möglichkeiten erprobt, gemeinsam mit einer Gruppe die Themen der Ausstellung zu erarbeiten und Gespräche mit der Gruppe anzuregen. Außerdem werden den Jugendlichen Tipps und Tricks für eine gute Begleitung vermittelt und in Rollenspielen und eigenen Probebegleitungen eingeübt. Zur weiteren Vorbereitung wird den Teilnehmenden ausführliches schriftliches Material und ein Ausstellungskatalog zur Verfügung gestellt. Am Ende des Ausstellungszeitraums werden die Erfahrungen in einem gemeinsamen Feedbackseminar ausgewertet.

Präsentation der Ausstellung in ganz Deutschland und Botschafterprojekt

Die Ausstellung »Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte« wurde im Rahmen des Ausstellungs- und Botschafterprojekts »Anne Frank und wir« vom Anne Frank Haus und Anne Frank Zentrum entwickelt. Nach der Erstpräsentation im Deutschen Bundestag vom 19. Januar bis 16. Februar 2012 wird sie als Wanderausstellung deutschlandweit zu sehen sein. Für das Jahr 2012 stehen die Ausstellungsorte bereits fest: Essen (März bis April), Gütersloh (April bis Mai), Bremen (Juni bis Juli), Kiel (August bis September) und Pirna (November bis Dezember).

In jedem Ort wird die Ausstellung jeweils 4 bis 6 Wochen zu Gast sein. Die Ausstellungsprojekte werden in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum von einem lokalen Trägerkreis organisiert, der sich aus verschiedenen Organisationen und Institutionen begründet. Begleitend findet ein Rahmenprogramm statt.

In allen Orten werden Jugendliche vom Anne Frank Zentrum zu Peer Guides ausgebildet. Sie können im Anschluss Anne Frank-Botschafterinnen und -Botschafter werden und in ihrem Ort eigene Projektideen verwirklichen.

Ort: 1 oder 2 Seminarräume in unmittelbarer Nähe der Wanderausstellung

Termin: unmittelbar nach Aufbau der Ausstellung

Dauer: 2 Tage zu je 8 Stunden (vollständige Teilnahme wird für die Mitarbeit vorausgesetzt)

Ausstattung: Flipchart, Pinnwand, falls möglich Internet-Zugang und Beamer Zielgruppe. Ausstellungsbegleiterinnen und –begleiter ab 16 Jahren Teilnehmerzahl: 15 bis 30 Personen


Kontakt: Anne Frank Zentrum
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin
Tel. 030 2888 656-00
Kathrin Große, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 Download:

Informationen zum Trainingseminar

Trainingsablaufplan 

Anmeldung für Schulklassen

 

Veranstaltungen:

Do, 7. März 2013,
8 - 14.30 Uhr
Anne Frank – Lehrerfortbildung (akkreditiert)
Ort: Alte Landesschule Korbach
Anmeldung: Museum Korbach, Tel. 05631/53289
begrenzte Teilnehmerzahl; kostenfrei

14. April 2013,
11.15 Uhr          

Eröffnung der Austellung:
„Anne Frank. Ein Mädchen schreibt Geschichte“
Ausstellungsdauer: 14. April bis zum 26. Mai 2013
Mo, 15. April 2013,
19.30 Uhr
„Erlebniswelt Rechtsextremismus“

Die Veranstaltung betrachtet und erläutert die Faszination rechtsextremer Kultur. Themen sind: Rechtsextreme Musik, Mode und Kleidung; Rechtsextreme erkennen durch Symbole und Kleidung; Rechtsextreme Positionen und Themen
Referenten: Stephan Bürger, Helge von Horn (Projekt „Gewalt geht nicht!“, Schwalm-Eder-Kreis); Zielgruppe: Interessierte, Fachkräfte, Eltern, Lehrer, Erzieher

Ort: Bürgerhaus Korbach
kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich

Di, 16. April 2013,
ab 10.30 Uhr

(R)echte Freunde

Endlich Sommerferien! Doch Lukas hat die Klette Floh am Hals. Lukas und Floh treffen zwei kickende Jungs und gesellen sich hinzu. Während eines Trainingslagers merkt Lukas, dass es bei dem Fußballverein darum geht, Jugendliche politisch zu motivieren und für die Neonaziszene zu rekrutieren. (Quelle: KI.KA, www.kika.de)

Ort: Jugendhaus Korbach
Anmeldung erforderlich:
Jugendhaus Korbach, Tel. 05631/53950

Do, 18. April 2013,
15 Uhr

Stadtführung
„Jüdisches Leben in Korbach“
mit Marion Lilienthal
Treffpunkt: Rathaus Korbach
kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich

Mo, 22. April 2013,
19.30 Uhr

„Rote Linie - Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg“

Vereine und Verbände sind wichtige Orte, an denen Menschen zusammenkommen und gemein-sam ihren Interessen nachgehen. Sie sind dabei Orte, in denen sich die Vielfalt der Gesellschaft spiegelt: Generationen, Geschlechter, Herkunft, etc. Vereine und Verbände vertreten Werte, sie stehen nach innen und nach außen für Beteiligung und Demokratie, für gegenseitigen Respekt, Meinungsvielfalt und Menschenrechte ein. Auf der anderen Seite: Als „Spiegel der Gesellschaft“ gibt es im Vereins- und Verbandsleben auch immer wieder Vorurteile, Sprüche und Ressenti-ments. Und: In letzter Zeit versuchen immer wieder rechtsextrem orientierte Personen oder Gruppen gezielt in Vereinen und Verbänden zu wirken und ihre Haltungen zum Ausdruck und „an den Mann“ zu bringen. Deshalb ist es wichtig, dass hier aber auch Auseinandersetzungen darüber stattfinden, wie wir miteinander - aber auch mit Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung - umgehen wollen. Mit der Veranstaltung (…) soll diese Auseinandersetzung angeregt und befördert werden.


Veranstalter: Präventionsrat in Zusammenarbeit mit Dr. phil. Reiner Becker, Beratungs-Netzwerk Hessen, Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus - Landeskoordinierungsstelle -

Ort: Feuerwehrstützpunkt Korbach, Südring
kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich

Di, 23. April 2013,
ab 10.30 Uhr

Die Kriegerin (Filmvorführung)
Jung, weiblich, rechtsradikal. Marisa (20) ist Teil einer Jugendclique der rechtsextremen Szene in einer ostdeutschen Kleinstadt. Auf ihrer Schulter hat sie Skingirl tätowiert, vorne ein Hakenkreuz. Marisa schlägt zu, wenn ihr jemand dumm kommt. Sie hasst Ausländer, Schwarze, Politiker, Juden und die Polizei. In Marisas Augen sind sie alle schuld. Sie sind schuld daran, dass ihr Freund im Knast sitzt und alles um sie herum den Bach runter geht: Ihr Leben, ihre Stadt, das Land und die ganze Welt. In diesem Sommer wird sich alles ändern. Svenja, ein junges Mädchen, stößt zur Clique und geht Marisa gehörig auf die Nerven. Marisa und ihre Clique geraten mit Jamil und Rasul aneinander - zwei jungen Asylbewerbern, die hier in der Provinz gestrandet sind. Der Streit eskaliert, Marisa ist nicht zu bremsen. Ohne es zu ahnen, löst sie eine Kette von Ereignissen aus, die alles komplett auf den Kopf stellen. Während Svenja immer tiefer in die rechte Szene rutscht, gerät Marisas Weltbild ins Wanken. Sie beginnt sich zu ändern, doch der Weg raus wird härter als sie ahnt. (Quelle: amazon und Filmbeschreibung)


Ort: Jugendhaus Korbach
Anmeldung erforderlich:
Jugendhaus Korbach, Tel. 05631/53950

Do. 25. April 2013,
19.30 Uhr

Lebenswege jüdischer Kinder
Ernst Klein (Gegen Vergessen, Für Demokratie,)
Vortrag
Ort: Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach
kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich

Sa, 27. April 2013,
8 – 16 Uhr               

Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Moringen
Anmeldung erforderlich:
Jugendhaus Korbach, Tel. 05631/53950
Kostenbeitrag: Erwachsene 5,- €, Jugendliche frei

Im April 1933 wurde in Moringen bei Göttingen eines der ersten Konzentrationslager des NS-Staates eingerichtet. Inhaftiert wurden oppositionell und antifaschistisch eingestellte Männer und einige Frauen der Arbeiterbewegung aus der damaligen Provinz Hannover. Die Häftlinge waren Terror und Grausamkeiten der SS hilflos ausgeliefert. Das Lager wurde im November 1933 aufgelöst. Die männlichen Häftlinge wurden in Polizeiaufsicht 'entlassen' oder in andere Konzentrationslager überstellt. Im Oktober 1933 wurde ein Frauen-KZ eingerichtet. Zu den inhaftierten ca. 1350 Frauen aus dem gesamten Reichsgebiet zählten neben Angehörigen der Arbeiterbewegung u.a. auch 'rassisch' und religiös Verfolgte, Prostituierte und Remigrantinnen. Ende März 1938 wurde das Lager aufgelöst, und die Frauen überstellte man in das Frauen-KZ Lichtenburg bei Torgau. Viele von ihnen kamen später ins KZ Ravensbrück. Unter der Bezeichnung "polizeiliches Jugendschutzlager" wurde in Moringen im Juni 1940 ein Konzentrationslager für männliche Jugendliche eingerichtet. Die Inhaftierten waren im Alter von etwa 12 bis 22 Jahren und kamen aus dem deutschen Reichsgebiet und aus den von deutschen Truppen besetzten Ländern Europas. Sozial, 'rassisch', religiös oder politisch verfolgte junge Menschen waren hier unter SS-Terror, Zwangsarbeit, Hunger und drakonischen "Erziehungsmethoden" extrem lebensfeindlichen Bedingungen ausgesetzt. Viele Jugendliche starben aufgrund dieser Lebensumstände. Viele wurden auf der Grundlage von "erb- und kriminalbiologischen Gutachten" zwangssterilisiert oder in andere Konzentrationslager deportiert. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Sogenannte Kriminalbiologen - unter der Führung von Dr. Dr. Robert Ritter - versuchten ihre Thesen, wonach "Kriminalität" und "Asozialität" erblich bedingt sein sollten, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den inhaftierten Jungen zu belegen. Im Rahmen der NS-Rassenbiologie sollte auf der Basis der in Moringen geschaffenen "wissenschaftlichen" Grundlagen die rassistische Rechtfertigung für die Ausrottung oder Unfruchtbarmachung ganzer Bevölkerungsgruppen in Deutschland und den besetzten Gebieten geschaffen werden. Versuchsobjekte waren die jungen Häftlinge.

Di, 30. April 2013,
ab 10.30 Uhr

(R)echte Freunde (Filmvorführung)

nähere Informationen folgen
Ort: Jugendhaus Korbach
Anmeldung erforderlich:
Jugendhaus Korbach, Tel. 05631/53950

Mo, 6. Mai 2013,
19.30 Uhr

„Wege in die rechte Szene – und zurück“

Die rechtsextreme Bedrohung in der Bundesrepublik ist nicht erst seit Bekanntwerden der Taten der Gruppe "NSU" sehr ernst zu nehmen. Eine von vielen Handlungsoptionen von Staat und Gesellschaft ist die Förderung des Ausstiegs von Szenepersonen durch Aussteigerprogramme. Das Programm "Ausstiegshilfen Rechtsextremismus in Hessen" ist mit seiner Geschäftsstelle IKARus angesiedelt bei der Abteilung 1 / Prävention im Hessischen Landeskriminalamt. In der Veranstaltung stellt sich IKARus vor und beleuchtet folgende Aspekte: Was macht die rechte Szene so scheinbar „attraktiv“ für Jugendliche und bildet damit die Einstiegsmotivation? Wie kommt es zu Distanzierungsabsichten bis hin zum Ausstiegswunsch? Was sind demnach die häufigsten Ausstiegsmotivationen? Ausstiegshilfe – warum? Systematik von IKARus; Arbeitsfelder in der Ausstiegshilfe; Was ist ein gelungener Ausstieg?
Der Vortrag wird seitens der PD Waldeck-Frankenberg ergänzt durch aktuelle Lageinformationen zur örtlichen rechten Szene. Veranstalter: Präventionsrat in Zusammenarbeit mit IKARus / HLKA und der PD Waldeck-Frankenberg

Ort: Bürgerhaus Korbach
kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich

Di, 7. Mai 2013,
ab 10.30 Uhr

Die Kriegerin (Filmvorführung)

Ort: Jugendhaus Korbach
Anmeldung erforderlich:
Jugendhaus Korbach, Tel. 05631/53950

Di, 14. Mai 2013,
ab 10.30 Uhr

(R)echte Freunde (Filmvorführung)

Ort: Jugendhaus Korbach
Anmeldung erforderlich:
Jugendhaus Korbach, Tel. 05631/53950

Do, 16. Mai 2013,
19.30 Uhr

Dr. Susanne Urban (ITS Bad Arolsen),
Jüdische Kinderleben nach 1933. Emigration und Überleben – Deportation und Holocaust
Vortrag
Ort: Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach
kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich

Di, 21. Mai 2013,
ab 10.30 Uhr 

Die Kriegerin Kriegerin (Filmvorführung)

Ort: Jugendhaus Korbach
Anmeldung erforderlich:
Jugendhaus Korbach, Tel. 05631/53950

 

 

Pressemitteilungen

 

Hessisch- Niedersächsische Allgemeine, 29. Januar 2013

Ein Tag zum Innehalten HNA 29-01-2013

 

Klosterglöckchen, August 2012, 79. Jahrgang, Nr.2

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Hessische/Niedersächsische Allgemeine 23.04.2012

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Hessische/Niedersächsische Allgemeine 30.04.2012

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Waldeckische Landeszeitung 28.04.2012

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Hessische/Niedersächsische Allgemeine 28.04.2012

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Hessische/Niedersächsische Allgemeine 17.02.2012

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Hessische/Niedersächsische Allgemeine 19.12.2011

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Waldeckische Landeszeitung 19.12.2011

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Jahresbericht 2011

Stadt Korbach belohnt Engagement

Schüler / innen der ALS besuchen auf Einladung der Kreisstadt Korbach die Tutanchamun­-Ausstellung in Frankfurt

Der Grabschatz des legendären ägyptischen Pharao Tutanchamun zählt zu den größten Sensationen der Archäologie. Seit Howard Carter am 4. November 1922 das Grab des Tutanchamun im Tal der  Könige entdeckt hat, ist die Faszination am alten Ägypten ungebrochen. Carter machte einen sensationellen Fund, denn bis zu dieser Zeit waren alle aufgefundenen Pharaonengräber geplündert. Dieses allerdings nicht. Die Grabkammer war randvoll mit kostbaren Schätzen, beeindruckenden Wandmalereien und Grabbeigaben von unschätzbarem Wert, Tutanchamuns Kopf und Brust bedeckt mit einer Maske aus purem Gold. Elf Kilo Gold wurden allein zur Herstellung verwandt.

Die einzelnen Kammern glichen einem Warenlager. Plünderer kamen zum Glück nur bis zur Vorkammer. Die eigentliche Grabkammer blieb unberührt. Bizarre Tiergestalten, Liegen, Throne sei, goldene Schreine, Särge, unzählige Schmuckstücke, Schiffsmodelle für die Reise ins Jenseits, Kanopen, in denen man die entnommenen Organe aufbewahrte, faszinierende Alltagsgegenstände, beeindruckenden Wandmalereien waren erstmalig wieder nach rausenden von Jahren zu bestaunen. Die Entdeckung des Grabes bewirkte europaweit eine wahre "Ägyptomanie" und löste eine Welle von Forschungsexpeditionen aus.

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Die Person des Kindpharaos Tutanchamun blieb jedoch geheimnisumwittert. Mit neun Jahren wurde er zum Pharao gekrönt, einem Pharao, der für die Ägypter mehr als nur ein König war. Märchenhaft und gottgleich war allerdings sein Leben ganz und gar nicht. Der Kinderkönig hatte nicht viel zu sagen, dies übernahmen Beamte, Priester und Generäle. Mit ca. 18 Jahren starb er. Warum so früh? Wurde er umgebracht oder starb er eines natürlichen Todes? Mehr als 3000 Jahre später wird seine Murnie entdeckt und mit modernsten Methoden untersucht. Antworten auf diese und weitere Fra­ gen erhielten die Schüler/innen der Geschichtswerkstatt der Alten Landes­ schule (Leitung: Oberstudienrätin Marion Lilienthal) in der Tutanchamun­ Ausstellung in Frankfurt a. M.

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Die "Geschichtswerkstättler" wurden für ihr Engagement im Rahmen der Sonderausstellung "Das alte Ägypten" im Wolfgang-Bonhage-Museums ausgezeichnet. Bürgermeister Klaus Friedrich lobte die Zusammenarbeit zwischen Museum und Schule und überreichte den Schülern bereits zur Ausstellungseröffnung einen Gutschein zum Besuch der Tutanchamun-Ausstellung in Frankfurt a. M.

Denn von der Konzeption bis zum letzten Pinselstrich waren die Schülerinnen und Schüler am Aufbau der Sonderausstellung in Korbach beteiligt. Sie gestalteten ebenso Modelle, Texttafeln, Stelen oder Wände. So entstand eine bunte und vielfältige, pädagogisch beeindruckende Ausstellung zum Entdecken, Mitmachen, Basteln, Rätseln, Spielen und Lernen für die ganze Familie in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Wolfgang-Bonhage-Museums (insbesondere Dr. Wilhelm Völker-Janssen, Britta Hein und Peter Jatzko).

Viel Freizeit, Ideenreichtum, gepaart mit Kreativität, methodisch-didaktischen Überlegungen, handwerklichem Geschick und fachlicher Aufgeschlossenheit steckten Marion Lilienthal und die Schüler /innen der ALS in die Ausstellung.

Besucherzahlen und Notizen im Besucherbuch des Wolfgang-Bonhage­ Museums ("Wirklich toll", "Ich hab viel gelernt", "Super und interessant", "Tolles Engagement des Teams der  Ägyptenausstellung") zeugen nicht nur von der hohen Akzeptanz und dem Erfolg dieser Ausstellung. "Das ist ja ein großes Spielzimmer", sagte ein Vater aus den Niederlanden, der mit seiner Familie mehrere Stunden in der Ausstellung blieb.

Die Korbacher wie die Frankfurter Ausstellung geben Aufschluss über das Leben Tutanchamuns. So ermittelte man 2005 bei einer computertomographischen Untersuchung, dass die Todesursache kein Schlag auf den Kopf gewesen sein kann, da keinerlei auf diese Art verursachte Verletzungen am Schädel festgestellt werden konnte. Zur allgemeinen Überraschung fanden die Wissenschaftler allerdings bisher unentdeckte Brüche am linken Oberschenkel, der rechten Kniescheibe und des rechten unteren Beines, neben einer Deformation der Wirbelsäule und Druckverletzungen. Der Befund legt nahe, dass die Verletzungen durch einen Unfall bzw. Sturz verursacht wurden. Hinweise auf einen Mord ergaben sich nicht, daher gehen die meisten Ägyptologen zwischenzeitlich von einem Jagdunfall aus, der den späteren Tod des Tutanchamuns verursachte.

Ein weiteres Rätsel konnte gelöst werden. Die fehlenden Rippen und das fehlende Brustbein der Mumie sollen indes 1922 nach der Bergung noch vorhanden gewesen sein. Nach neuen Erkenntnissen wurden die Beschädigungen durch Grabräuber während des Zweiten Weltkrieges verursacht. Denn um an die kostbaren Schmuckstücke Tutanchamuns zu gelangen, die durch das Balsarnierungsharz fest mit der Mumie verbunden waren, sägte man Rippen und Brustbein einfach heraus. Schnittkanten bestätigen diesen Vorgang.

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In der Schatzkammer befand sich dieser Schrein (links), der vom Gott Anu bis bewacht wurde. Er enthielt vor allem Schmuck und Alabasterschalen, die für die Bestattungsriten Verwendung fanden.

Eine gelungene Kombination aus Information und Unterhaltung macht die Besichtigung der Korbacher wie der Frankfurter Ausstellung zu keinem öden Museumsbesuch, sondern zu einem kurzweiligen Ausflug in eine längst vergangene Hochkultur am Nil. Ein Eintauchen in die faszinierende Welt des alten Ägyptens lohnt sich auf alle Fälle. Die Sonderausstellung "Das Alte Ägypten" in Korbach is t noch bis Ende April im Wolfgang-Bonhage­ Museum zu sehen.

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Marion Lilienthal

Jahresbericht 2010

Bundesweit einmalig -
Geschichtswerkstättler der ALS bereiten Ägypten-Ausstellung vor

Die altägyptische Kultur hat die Menschheit von jeher fasziniert. Reiseberichte antiker Autoren zeugen davon. Zwischen dem Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts befindet sich die europäische Ägyptenbegeisterung auf ihrem Höhepunkt. Grundlegend für diese Entwicklung war Napoleon Bonaparte, der mit seiner Ägypten-Expedition (1798 - 1801) in ganz Europa eine Ägyptomanie hervorrief, die sich in Kleidung, Malerei, Raumgestaltung und Architektur manifestierte. Umfangreiche Bestände antiker Kunstgegenstände gelangten in Museen und Privathände. Massenhaft wurden Mumien für den europäischen Markt außer Landes gebracht. Eine ähnliche Wirkung hatte die Auffindung des Grabes Tutenchamuns durch Howard Carter und die Präsentation der Nofretete-Büste in Berlin. Eine Begeisterung, die bis heute anhält.

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Interesse und Begeisterung nahmen zuweilen groteske Züge an. Betuchte Kreise trafen sich zum sogenannten „Mumienwickeln“. Unter prickelndem Schauer entfernte man in „geselliger Runde“ die Bandagierung der Mumien. Amulette, Skarabäen und sonstige Grabbeigaben erhielt der, der diese beim Abwickeln zutage förderte. Man könnte von einer Art „Wundertüte“ des 19. Jahrhunderts sprechen. Auch wurden Ägyptische Mumien von cleveren Geschäftsleuten pulverisiert und als Medikament („Mumia“) mit angeblich heilender Kraft verkauft.

Als besondere Freude, Bereicherung und Herausforderung sehen es die Geschichtswerkstättler der ALS an, mit dem Wolfgang-Bonhage-Museum und seinen ehrenamtlichen eine Ausstellung zum Thema „Altes Ägypten“ konzipieren zu können. Die Schüler und Schülerinnen fungieren in diesem Zusammenhang nicht wie allgemein üblich als „Zulieferer“, sondern als Gestalter und Mitinitiatoren. Deutschlandweit ein innovatives und ungewöhnliches Konzept, entwickelt und ins Leben gerufen von Herrn Dr. Völcker-Janssen, dem Leiter des Bonhage-Museums in Korbach.

Schüler und Schülerinnen entwickeln unter fachkundiger Begleitung ein Ausstellungskonzept, arbeiten an der methodischen Umsetzung, setzen inhaltliche Schwerpunkte, besuchen anderen Museen (u.a. in Hildesheim, Kassel etc.), informieren und qualifizieren sich, übernehmen die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, verfassen Texte, bemühen sich um Leihgaben, unterhalten Kontakte zu anderen Museen, gestalten und entwickeln eigenständig ein umfassendes Begleitprogramm mit Vortragsabenden, Filmstunden, Workshops, Spielen und sonstigen Attraktionen (z. B. in Kooperation mit dem Waldeckischen Geschichtsverein - Bezirksgruppe Korbach). Auch führen Geschichtswerkstättler neben Museumspädagogen interessierte Jugendgruppen und Schulklassen durch die Ausstellung.

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Geschichtswerkstättler der Jahrgangstufe 7 und Museumsteam im Paelizäus-Museum in Hildesheim (v. l. n. r.): Britta Hein (Museumspädagogin, Korbach), Peter Jatzko, Jan Paternoster, Sina Ruland, Sofie Grabarz, Luisa Figge, Tobias Schäfer, Pia Umbach, Moritz Potthoff, Niklas Hey, Dr. Barbara Magen (Archäologin, Hildesheim), Maximilian Graf, Marion Lilienthal (Leiterin und Begründerin der Geschichtswerkstatt), Dr. Wilhelm Völcker-Janssen (Leiter des Wofgang-Bonhage-Museum Korbach), Jolan Voßhage und Malte Niem.

Viele Details sind bereits vorangeschritten, nahmen konkrete Konturen und Gestalt an. Ab Dezember 2011 soll die Ausstellung „Das alte Ägypten“ der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ein umfangreiches Begleitprogramm lädt zum Mitmachen ein (z. B. Schreibwerkstatt, Führungen bei Nacht, Workshops zur Mumifizierung, Mode und Schönheit). Die Ausstellung wendet sich genauso an Kinder und Jugendliche wie Erwachsene.

Unterstützt werden die Geschichtswerkstättler der Jahrgangsstufe 7 durch die Oberstufenschüler/innen Benjamin Müller, Daniel Rudolph, Christian Gerlach, Josefine Henn, Julia Harth, Anna-Lena Knebel, Viola Stadtler und Marie Friedewald (Jgst. 11, E 9 b), die sich insbesondere der Erforschung regionaler Bezüge verschrieben haben.

Auf den ersten Blick würde man vermuten, dass das alte Ägypten nichts mit Korbach zu tun habe, aber weit gefehlt. Christian Carl Josias von Bunsen, Diplomat, Universalgelehrter und Förderer der Ägyptologie, Schüler des Landesgymnasiums (heute Alte Landessschule) von 1798-1808, verfasste u. a. das fulminante mehrbändige Werk „Ägyptens Stelle in der Weltgeschichte“.

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Ch. C. J. v. Bunsen, Aegyptens Stelle in der Weltgeschichte, 1845 (Bestand: Archiv der Alten Landesschule)

Bunsen war über 30 Jahre preußischer Gesandter beim Heiligen Stuhl in Rom, in Bern und in London. Früh erkannte er die Bedeutung der Entzifferung der Hieroglyphen. Der Mitbegründer der Ägyptologie, Richard Lepsius wurde durch ihn entscheidend gefördert. Bunsen weckte Lepsius Interesse für das Fach und bewirkte die Unterstützung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Mit Lepsius beginnt die wissenschaftlich betriebene Ägyptologie. Bunsen selbst verfasste darüber hinaus auch ein mehrbändiges Werk über die Geschichte der Pharaonen, neben weiteren Werken, die sich heute im Archiv der ALS befinden.

Carl Josias von Bunsen und Alexander von Humboldt sowie der Förderung durch Friedrich Wilhelm IV. war es zu verdanken, dass Karl Richard Lepsius zwischen 1842 bis 1845 eine Expedition nach Ägypten unternehmen konnte. Die Expedition war wissenschaftlich so erfolgreich, dass Preußen von nun an eine bedeutende Stellung in der sich nun schnell entwickelnden Ägyptologie einnahm.

Das „Alltagsleben“ der alten Ägypter soll in der Ausstellung ebenso Berücksichtigung finden wie die Bereiche Wissenschaft und Religion. Die Ausstellung spannt dabei einen Bogen von naturgeographischen Bedingungen, gesellschaftlichen Voraussetzungen, dem Alltagsleben, bis hin zur Kunst, Architektur, den Bestattungsritualen oder Jenseitsvorstellungen.

Wussten Sie übrigens, dass besonders tapfere Soldaten, goldene Fliegen-Medaillen erhielten, wenn sie die Feinde zum „Abschwirren“ brachten, man Knoblauchzehen zum Vertreiben von Schlangen benutzte, Tempelbesucher sich vor dem Betreten heiliger Gebäude Haare und Augenbrauen abrasierten oder dass Frauen zu besonderen Anlässen einen Kopfschmuck aus Tierfett, Gewürzen und Kräutern trugen? Schmelzendes Fett floss dann über ihren Kopf, ließ die Haare duften und die Haare glänzend-fettig schimmern. Dies neben vielen weiteren faszinierenden Dingen erfahren Sie in der Ausstellung.

Wer die Ausstellung mit Exponaten, Materialien oder Ideen bereichern möchte, kann sich gerne an die Geschichtswerkstatt der ALS (Leitung Marion Lilienthal) wenden.

Geheimnisvolles Korbach

Wussten Sie, dass sich unter der Nikolai-Kirche verborgene Gänge befinden? Wie es in der Turmspitze des Korbacher Rathauses aussieht? Dass etliche Häuser in Korbach noch über Luftschutzkeller aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges verfügen?

Unter dem Motto „geheimnisvolles und verborgenes Korbach“ machen sich seit Sommer 2010 vierzehn Geschichtswerkstättler auf die Suche, um Verborgenes ans Tageslicht zu holen, Orte zu erkunden, von denen kaum ein Korbacher etwas weiß. Dabei arbeiten sich die Geschichtswerkstättler in dunkle Tiefen vor, erklimmen schwindelerregende Höhen, genießen seltene An- und Aussichten. Hintergründe und Entstehungsgeschichten gilt es zu ermitteln.

rathausturm Rathausturm (Innenansicht)

Auf ihrer Spurensuche erhielten sie viel Unterstützung. Bürgermeister Klaus Friedrich leitete u. a. alles in die Wege, um eine gefahrlose Besichtigung des Rathausturmes zu gewährleisten, da eine Besichtigung nicht ganz ungefährlich ist, wie die alten schmalen Holzstiegen verdeutlichen (siehe Photo Rathausturm).

Darüber hinaus ermöglichte er Einblicke in die Dienstzimmer und Räumlichkeiten des Rathauses, berichtete über dessen Geschichte und verdeutlichte an einzelnen Exponaten die Entwicklung der Kreisstadt Korbach. Schon in vorgeschichtlicher Zeit war die Gegend besiedelt. Karl der Große überquerte 772 auf seinem Eroberungsfeldzug mit seinem Heer die Korbacher Hochebene (370 m), wo man einen befestigten Reichshof anlegte (den Karlshof bzw. heute als Mönchehof bekannt, mehr dazu siehe Homepage: http://www.geschichtswerkstatt-als.de). Bischof Bernhard II. verlieh Korbach 1188 das Stadtrecht.

buergermeister Bürgermeister Friedrich gibt Einblicke in die Korbacher Stadtgeschichte

Nach viel Interessantem erhielt jeder Geschichtswerkstättler eine Korbachtasse, gefüllt mit süßen Leckereien. Sehr zur Freude aller photographierte Bürgermeister Friedrich abschließend jeden einzelnen Schüler und jede Schülerin im Amtssessel seines Dienstzimmers.

Homepage der Geschichtswerkstatt ins Englische und Spanische übersetzt

Englisch ist die wichtigste und bedeutendste Fremd- und Amtssprache vieler internationaler Organisationen. Sie ist weltweit Kommunikationsmittel und weiter verbreitet als jede andere Sprache. 1/3 der Weltbevölkerung verfügt über Englischkenntnisse. Dieser Erkenntnis Rechnung tragend, wurde die Homepage der Geschichtswerkstatt der Alten Landesschule liebenswürdiger Weise von Herrn Wilhelm Sauer, Übersetzer für Englisch und Spanisch, dem wir außerordentlich zu Dank verbunden sind, ins Englische und Spanische übersetzt.

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Rund 26 Stationen - die sukzessiv erweitert werden - geben einen Einblick in die historische Entwicklung der Stadt Korbach: ihre Entstehung, die Vereinigung von Alt- und Neustadt, die Stadtbefestigung und Verteidigung, den verheerenden Stadtbrand von 1664, bis in die Neuzeit und Gegenwart. Anekdoten und Sagen finden ebenso Berücksichtigung, wie Biographien bedeutender Persönlichkeiten.

Viele Freunde und Förderer haben die Geschichtswerkstättler gefunden. Der Förderverein stellte Geld zur Realisierung wichtiger Projekte zur Verfügung, der Bürgermeister und die Verwaltung der Kreisstadt Korbach berieten und unterstützten, Pfarrer Engelmann ermöglichte ungewöhnliche Einblicke (dazu in Kürze mehr), Hans-Rudolf Ruppel, Leiter des Stadtarchivs Korbach fungierte als Berater, Mitarbeiter des Archivs berieten und unterstützten, Dr. Völcker-Janssen ermöglicht ein außergewöhnliches Projekt. Ein besonderer Dank gilt darüber hinaus Herrn Dejan Danz, der sich uns auch weiterhin liebevoll und fachkundig der Homepage angenommen hat. Danke!

Wenn Sie mehr über die Geschichte der Kreisstadt Korbach erfahren wollen, die Geschichtswerkstättler und ihre Aktivitäten, dann besuchen Sie die Homepage http://www.geschichtswerkstatt-als.de

Marion Lilienthal

 

 

Jahresbericht 2009

Geschichtswerkstatt der Alten Landesschule 2009

in Kooperation mit der Kreisstadt Korbach, dem Wolfgang-Bonhage-Museum, dem Stadtarchiv, dem Waldeckischen Geschichtsverein, Förderverein der Alten Landesschule und dem Verein ehemaliger Korbacher Gymnasiasten

Die Idee der Geschichtswerkstatt ist nicht neu, neu hingegen war die feste Implementierung an der Alten Landesschule. „Selbstorganisiertes Forschen und Lernen“ lautet ihr Motto. Sie wandte sich zu Beginn des Schuljahres 2009/10 an Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 7. Individuelle Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnisse der Schüler/innen sollten in die Projektgestaltung Einlass finden.

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Schnell formierte sich eine „Arbeitsgruppe“. Siebzehn hochmotivierte, geschichtsbegeis- terte Siebenklässler und die Oberstufen- schülerinnen - die Gruppengröße musste leider beschränkt werden - begaben sich auf Spurensuche. Man einigte sich auf das Thema „Lebendige Zeugnisse Korbachs“, die Schwerpunkte bildeten die mittelalterliche und neuzeitliche Stadtgeschichte.

Viele Stunden verbrachten die Schüler und Schülerinnen mit Exkursionen, Stadtführungen - sogar in mittelalterlichen Kostümen - oder im Museum. Etliche historische Stätten hätten sie gerne noch besucht, aber wie immer war die Zeit zu knapp. Das Schulhalbjahr verging wie im Flug.

 

Ann-Katrin Pohlmann, Sarah Herrmann, Dominic Berger, Lennart Jahn, Torben Müller, Timon Schmidt, Adil Durakovic, Noah Bonck, Luisa Bethke, Micha Krause, Nele Friedrich, Elina Schönhardt, Nina Juppe, Carl v. Randow, Florian Mitze, Dominik Lerch, Jakob Gleumes, Alexander Ruhl, Sebastian Hessel

 

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Schüler und Schülerinnen wurden zu Forschern, Spuren- suchern und „Kriminalisten“ der eigenen Regional- und Schul- geschichte. Der Lehrer trat in den Hintergrund und fungierte als Begleiter und Mentor. Neue Lern- und Lehrformen, Arbeiten und Forschen an unterschied- lichen Standorten wurden favorisiert.

Verschnaufen am Kump

 

Viele spannende Dinge gab es zu entdecken. Wie kam der Mönchehof zu seinem Namen? Was hat es mit dem Hexenturm, dem Spukhaus, Feldhühnerchenkump oder Lache- und Heulemännchen auf sich? Wozu nutzte man die Schandsteine oder den Pranger? Welche Funktion hatte ehemals der „Rote Turm”?

Im „Roten Turm” z.B. wurden zum Tode Verurteilte bis zu ihrer Hinrichtung eingekerkert. Einst soll der „Rote Turm“ fast so hoch wie der Tylenturm gewesen sein. Die Bezeichnung „Roter Turm“ erhielt er nicht, weil seine Mauern so rötlich schimmern, sondern weil bei bevorstehenden Hinrichtungen eine rote „Blutfahne“ gehisst wurde. Die rote Fahne am Giebel verweist noch heute auf seine frühere Verwendung. Hätten Sie das alles gewusst?

Die Arbeitsmethoden reichten von archivarischen Studien, Recherchen vor Ort, über Stadtrundgänge, Photodokumentationen, Kontaktaufnahme mit Institutionen bis zum Durchforsten schul- und stadtgeschichtlicher Sekundärliteratur. Anfang 2010 war es dann soweit. Erste Ergebnisse konnten auf einer eigenen Homepage der Öffentlichkeit präsentiert werden.

27 Stationen geben einen Einblick in die historische Entwicklung der Stadt Korbach: ihre Entstehung, die Vereinigung von Alt- und Neustadt, die Stadtbefestigung und Verteidigung, den verheerenden Stadtbrand von 1664, bis in die Neuzeit und Gegenwart. Anekdoten und Sagen finden ebenso Berücksichtigung, wie Biographien bedeutender Persönlichkeiten.

Viele Freunde und Förderer haben die Geschichtswerkstättler gefunden. Der Förderverein stellte Geld für die Anschaffung wichtiger Publikationen zur Verfügung, Dr. Völker-Janssen, Leiter des Korbacher Wolfgang-Bonhage Museums, führte persönlich durch das Museum, Mitarbeiter des Stadtarchivs berieten und unterstützten die Gruppe, das Infobüro der Stadt Korbach versorgte die Geschichtswerkstättler mit Broschüren, Stadtplänen, Kugelschreibern und Süßigkeiten, das Rathaus der Kreisstadt Korbach bemühte sich um Karten- und Bildlizenzen. Auch erhielten die Schüler/innen Innenansichten von historischen Gebäuden, die vielen bisher verborgen geblieben sind.

Ein besonderer Dank gilt Herrn Dejan Danz, der sich der Homepage angenommen hat. In mühevoller Kleinarbeit und mit viel Engagement hat er eine Homepage erstellt, die alle Wünsche der Geschichtswerkstättler berücksichtigt. Danke!

Erste Gehversuche sind getan, noch viele spannende Dinge warten auf gegenwärtige und zukünftige GESCHICHTSWERKSTÄTTLER. Eins lässt sich allerdings schon heute sagen, alle Beteiligten gehen jetzt mit anderen Augen durch ihre Stadt! Wenn Sie mehr über die Geschichte der Stadt Korbach erfahren wollen, ihre Persönlichkeiten, Sagen und Geschichtchen, so besuchen Sie die Homepage http://www.geschichtswerkstatt-als.de

 

Marion Lilienthal