Rhönwanderwoche

Seit 1984 fahren die Klassen 8 eine Woche in die Rhön und wandern dort von Montag bis Samstag ca. 120 km rund um die Wasserkuppe.Wir sind, so scheint es, eine der letzten Schulen in ganz Hessen, die eine Wanderfahrt im klassischen Sinn, also Wandern von Jugendherberge zu Jugendherberge mit dem Rucksack auf dem Rücken, noch durchführt.Der Hessische Rundfunk nahm dies zum Anlass, in einer eigenen Radiosendung über dieses Projekt zu berichten.

 

Rhönwanderung 2011

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Am 16. Mai 2011 sind wir um 8:30 Uhr von Korbach mit der gesamten Jahrgangsstufe 7 in vier Bussen Richtung Rhön aufgebrochen. Nach knapp zweieinhalb Stunden Fahrt und einem kurzen Zwischenstopp bei Burgerking erreichten wir gegen 11:50 Uhr die Wasserkuppe. Auf ging es nun in einer Sternwanderung zu den verschiedenen Jugendherbergen rund um den höchsten Berg Hessens.

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Bei unserer ersten Tour legten wir ca. 13 Kilometer bis nach Oberbernhards zurück. Der Weg führte uns zunächst am Fliegerdenkmal, später amBubenbad und der Milseburg vorbei, deren Besteigung wir wegen nicht ganz so guter Wetterbedingungen auf den nächsten Morgen verschoben.

In Oberbernhards angekommen bezogen wir zuerst unsere Zimmer. Dann erkundeten wir die Jugendherberge und ihre nähere Umgebung, bevor wir Punkt 18 Uhr den Speisesaal stürmten.Nach dem Abendessen versammelten wir uns zur Vorbesprechung der Wanderwoche im Kaminzimmer. Unter anderem planten wir ein Tischtennisturnier, das sich über mehrere Abende erstreckte. Die erste Runde startete um 20 Uhr und bereitete nicht nur den „Profis“ großen Spaß.Um 22 Uhr mussten alle in ihren Zimmern sein. Wir redeten noch eine Weile und schliefen dann ein.

Am nächsten Morgen verließen wir gegen 8:45 Uhr nach gutem Frühstück und mit Lunchpaketen versorgt die Herberge. Unser heutiges Ziel war das DJO-Heim in Poppenhausen. Knapp 20 Kilometer Wanderstrecke lagen vor uns. Anstrengend ging es los, denn da war ja noch die Milseburg!rhoen3

Über felsiges Gelände erklommen wir den Berg.Auf dem Gipfel, auf dem sich eine Kreuzigungsgruppe aus dem Jahre 1756 und eine Kapelle befinden, hat man einen der besten Ausblicke in die Rhön. Leider war es an dem Morgen nebelig und sehr windig, sodass wir die Fernsicht nicht in vollen Zügen genießen konnten.

Der Abstieg war beschwerlich; es ging sehr steil bergab, der Boden war feucht und die Steine waren rutschig.Gemütlicher ging es zu, als wir über die Poppenhausener Kunstmeile zur Steinwand wanderten. An der hohen, fast senkrechten Felswand kann man oftmals Profikletterer bewundern. Nun war es nicht mehr allzu weit bis Poppenhausen. Dort angekommen stürmte unsere Klasse den lang ersehnten Supermarkt und versorgte sich mit Getränken, Brötchen und Chips. Da das DJO-Heim drei Kilometer außerhalb des Ortes liegt, mussten wir noch knapp 40 Minuten bergauf laufen bis wir endlich da waren. Um neue Kräfte für diese letzte Etappe des Tages zu sammeln, erfrischten sich viele Schüler unserer Klasse am Poppenhausener Tretbecken bei nun warmem Wetter mit viel Sonnenschein.

Pünktlich um 18 Uhr saßen alle im Speisesaal des DJO-Heims und warteten hungrig auf das Essen. Dann war die Freude groß, denn es gab Schnitzel. Gut gestärkt trafen wir uns später noch zur zweiten Runde des Tischtennisturniers.

Am Mittwochmorgen stiegen wir steil bergauf zumPferdskopf. Auf dem Gipfel wurden wir für unsere Anstrengungen mit einer herrlichen Fernsicht belohnt: Wir konnten im „Land der offenen Fernen“ sehen, wo wir am Montag und Dienstag waren und welches Ziel wir am folgenden Tag ansteuerten.

Zahlreiche Fotos wurden geschossen, bevor wir unsere Wanderung zur Wasserkuppe fortsetzten. Hier hatten wir in einer längeren Pause auch Gelegenheit, mit der Sommerrodelbahn zu fahren.

Punkt zwölf Uhr wanderten wir weiter zum Roten Moor. In einer sehr interessanten und lehrreichen Führung durch Herrn Kirchner erfuhren wir, dass das Rote Moor zur Kernzone des Biosphärenreservats Rhöngehört und hier eine Vielzahl von selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten beheimatet ist.Oft begegnet man in der Rhön den schwarzköpfigen Rhönschafen, welche dem rauen Klima angepasst auf den Weiden grasen. Als Logo sind sie auf unseren Rhönpullis zu sehen (s.o.).

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rhoen5Weiter nach Gersfeld ging es abwärts durch die Kaskadenschlucht; man läuft im dichten Buchenwald entlang eines Baches auf einem sehr schönen Wanderweg, der teilweise recht abenteuerlich zu begehen ist.Am späten Nachmittag gegen 17:30 Uhr trafen wir schließlich in der Jugendherberge ein. Statt des üblichen Abendessens wurde heute draußen gegrillt. Die Steaks und Würstchen sowie leckere Salate schmeckten uns nach der langen Wanderung besonders gut.


Donnerstag starteten wir wie gewohnt gegen neun Uhr. Um die müden Füße zu schonen, fuhren wir zunächst ca. fünf Kilometer mit dem Bus, um dann bei gefühlten 50°C den Kreuzberg zum 1644 gegründeten Franziskaner-Kloster hochzulaufen. Hier gönnten wir unseine Pause, in der wir unter anderem auch die Klosterkirche und den Klosterflohmarkt besuchen konnten. Die vorgesehene Pausenlänge von einer Stunde verlängerte sich wegen eines Regenschauers.

Als der Regen vorbei war, gingen wir 284 Stufen hoch zu den drei steinernen Golgatha-Kreuzen, dann zum Gipfel des Kreuzberges und von dort den ganzen Berg hinunter bis nach Bischofsheim.

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Rast machten wir zwischendurch noch einmal an einer riesigen Linde.Da auch in Bischofsheim die Jugendherberge nicht zentral im Ort liegt, mussten wir noch knapp 1,5 Kilometer wandern. Auf dem letzten Stück zogen schwarze Gewitterwolken auf. Wir liefen schneller und schafften es gerade noch bis zur Jugendherberge, als ein unwetterartiger Regenschauer niederging. An diesem letzten Abend stand die Endrunde des Tischtennisturniers mit anschließender Siegerehrung im Tischtennisraum an. Da um 22 Uhr in der bayerischen Jugendherberge in Bischofsheim die Lichter ausgehen und es nur noch eine Notbeleuchtung gibt, mussten wir uns am Abend sehr beeilen, pünktlich in unseren Zimmern zu sein.

Freitag verließen wir schonum acht Uhr die Jugendherberge, denn wir hatten eine lange Abschlusswanderung vor uns und mussten gegen Mittag auf der Wasserkuppe sein. Wir waren jetzt gut eingelaufen und erreichten mühelos und pünktlich unser Ziel. Auch die anderen Klassen der siebten Jahrgangsstufe trafen nach und nach ein, sodass gegen zwölf Uhr die Busse mit allen 169 Schülern der ALS Richtung Korbach fahren konnten.

Aline Berthold (Klasse 7b), Svea Holzkamp (Klasse 7b), Beate Althaus (Klassenleiterin)

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